Am selben Tag, als sich ein vermeintlicher Überfall auf ein Paar in Graz im September als erfunden herausgestellt hat, hat sich nun auch ein angezeigter Raubüberfall in Bruck an der Mur von Mitte März in Luft aufgelöst. Das angebliche Opfer hat zugegeben, sich die wilde Geschichte nur ausgedacht zu haben.
Am 19. März hatte sich ein 25-Jähriger am Notruf gemeldet. Er sei gegen Mittag auf einem Geh- und Radweg nahe dem Brucker Hauptbahnhof von zwei unbekannten Männern überfallen worden. Diese hätten versucht, seine Geldbörse zu stehlen, ihn mit einem Messer bedroht und verletzt.
30 Streifen, Hubschrauber, Zugkontrollen
Es folgte eine Großfahndung mit rund 30 Polizeistreifen, ein Hubschrauber des Innenministeriums kreiste stundenlang über der obersteirischen Bezirkshauptstadt, Züge und Verkehrsknotenpunkte in der Umgebung wurden intensiv kontrolliert – ohne Erfolg.
Wie sich nun herausstellte, konnte die Polizei gar niemanden finden, denn den Überfall hatte es nie gegeben. Im Laufe der Erhebungen ergaben sich immer mehr Widersprüche zwischen den Angaben des vorgeblichen Opfers und den Ermittlungsergebnissen, so die Polizei am Dienstag. Damit bei einer neuerlichen Einvernahme konfrontiert, knickte der 25-Jährige ein und gab zu, die Tat frei erfunden zu haben. Die damals festgestellten oberflächlichen Schnittverletzungen, die laut seiner ursprünglichen Aussage von der angeblichen Tat herrührten, hatte er sich mit einem Küchenmesser selbst zugefügt, gestand er nun.
„Opfer“ könnte zur Kasse gebeten werden
Die Motivation hinter der folgenreichen Märchengeschichte ist nicht bekannt, der Mann wurde wegen des Verdachts der Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung sowie der falschen Beweisaussage angezeigt. Eine Verrechnung der – horrenden – Einsatzkosten wird ebenso geprüft.
Zwei erfundene Überfälle an einem Tag aufgeklärt
Ganz ähnlich endete ein aufsehenerregender Fall von Mitte September, als ein Paar in Graz angab, in seiner Wohnung nahe dem Ostbahnhof von einem „Mann mit Waffe“ bedroht worden zu sein. Ein Großeinsatz folgte, auch hier stellte sich die Geschichte am Dienstag als frei erfunden heraus.
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