Do, 19. Juli 2018

Schlacht verloren

21.12.2014 16:05

IS tötete im Irak 45 Kämpfer aus eigenen Reihen

In den Reihen der Terrormiliz Islamischer Staat bröckelt es offenbar gewaltig: Nach der Hinrichtung von bis zu 100 Deserteuren in Syrien sollen die Dschihadisten auch im Irak Kämpfer aus ihren eigenen Reihen hingerichtet haben. Augenzeugen berichteten der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag, 45 IS-Mitglieder seien in der nordirakischen Stadt Mossul getötet worden – als Strafe für ihre Niederlage im Kampf um das Sinjar-Gebirge.

Kurdische Peschmerga hatten in einer Offensive seit Donnerstag IS-Stellungen im Sinjar-Gebirge angegriffen. Dabei gelang es ihnen, zuerst den Höhenzug zu befreien. Rudaw zufolge rückten die Peschmerga am Samstagnachmittag dann bis in die zuvor vom IS beherrschte Stadt Sinjar südlich des gleichnamigen Gebirges ein.

"Die Peschmerga haben mit der Rückeroberung dieser Region in nur 24 Stunden Geschichte geschrieben. Wir hatten all diese Siege nicht erwartet", sagte Kurden-Präsident Massoud Barsani bei einem Besuch des Gebirges am Sonntag. Mit Blick auf den weiteren Kampf gegen den IS sagte er: "Wir werden sie angreifen, wo immer sie sind."

100 Deserteure in Syrien von IS hingerichtet
Die Dschihadisten flohen nach kurdischen Angaben in die Städte Mossul und Tall Afar. In Mossul sollen dann mindestens 45 der geschlagenen IS-Kämpfer als Strafe von der Terrormiliz hingerichtet worden sein. Auch im syrischen Rakka waren nach Angaben von Aktivisten abtrünnige Dschihadisten getötet worden. Mindestens 100 ausländische Kämpfer seien hingerichtet worden. Sie hätten in ihre Heimatländer zurückkehren wollen, sagte ein Aktivist aus Rakka der Deutschen Presse-Agentur.

Hunderte weitere Kämpfer befänden sich demnach unter strenger Beobachtung der IS-Führung. Eine "Sittenpolizei" kontrolliere vor Ort ihre Gesinnung, bestätigte ein weiterer Aktivist aus der Stadt, der ebenfalls anonym bleiben wollte.

Das nordsyrische Rakka ist ein zentraler Ort im vom IS ausgerufenen "Kalifat". In Syrien und im Irak beherrscht die Miliz je rund ein Drittel der Landesfläche. Der Vorstoß kurdischer Kämpfer und der irakischen Armee sowie Luftangriffe der von den USA geführten internationalen Koalition setzt sie jedoch derzeit unter Druck.

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