30 Jahre EFZ

Kostenlose Hilfe für Paare und Familien im Ländle

Vorarlberg
05.10.2026 14:55
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Beim Ehe- und Familienzentrum (EFZ) in Feldkirch blicken die Verantwortlichen auf eine beeindruckende Erfolgsgeschichte zurück: Seit nunmehr 30 Jahren ist die Einrichtung offizieller Teil der bundesgeförderten Familienberatung in Österreich. Bei den Jubiläumsfeierlichkeiten ging es nicht nur um erreichte Meilensteine, sondern auch um moderne Partnerschaften.   

„Eigentlich beginnt unsere Geschichte mit einem Paradoxon: Die Ehe- und Familienberatung gibt es schon länger als das EFZ selbst“, erklärt  Geschäftsführer Bohuslav Bereta. Tatsächlich nahmen in Vorarlberg bereits vor über 50 Jahren die ersten ausgebildeten Beraterinnen ihre Arbeit auf. Ausgehend von der 1971 gegründeten Lehranstalt für Ehe- und Familienberatung etablierte sich der Grundsatz, Hilfe nicht erst in akuten Krisen anzubieten, sondern Menschen kontinuierlich und fachlich qualifiziert zur Seite zu stehen. Nach der Gründung des EFZ im Jahr 1979 übernahm die Einrichtung schließlich 1996 offiziell die Rolle als bundesgeförderte Familienberatungsstelle von der Caritas.

Breites Hilfsangebot für tausende Menschen
Heute bildet das EFZ neben dem Institut für Sozialdienste (ifs) eine der zwei zentralen Säulen der geförderten Familienberatung im Land. Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung der Einrichtung: Jährlich gibt es rund 3000 Beratungen. Das Angebot ist für Ratsuchende kostenlos und deckt ein breites Spektrum ab – von Beziehungs- und Erziehungsfragen über Trennungssituationen bis hin zu persönlichen Krisen.

Ergänzt wird dieses psychosoziale Fundament durch kostenlose Rechtsberatung im Familienrecht, Unterstützung direkt an den Bezirksgerichten sowie die gesetzlich vorgeschriebene Elternberatung vor einvernehmlichen Scheidungen. Das weitere Spektrum des Zentrums umfasst zudem Männerberatung, spezialisierte Angebote für Kinder getrennter Eltern sowie Präventions- und Bildungsarbeit.

Ganzheitlicher Blick auf den Menschen
Den inhaltlichen Höhepunkten des Jubiläumsabends setzte Bischof Benno Elbs in seiner Doppelfunktion als Seelsorger und Psychotherapeut. In seiner Festrede ging er der Frage „Wer ist der Mensch?“ nach und plädierte für ein ganzheitliches Menschenbild, das neben psychischen, sozialen und körperlichen Aspekten auch die spirituelle Dimension miteinbezieht.

Bischof Benno Elbs.
Bischof Benno Elbs.(Bild: EFZ)

In den anschließenden Diskussionsrunden wurde deutlich, wie sehr sich Partnerschaftsformen, Rollenbilder und gesellschaftliche Anforderungen im Wandel befinden. „Umso wichtiger bleibe die Rolle des EFZ als professionelle und verständnisvolle Schnittstelle“, betonte Geschäftsführer Bohuslav Bereta. Es gehe auch nach 30 Jahren im Kern immer darum, Menschen nicht auf ein einzelnes Problem zu reduzieren, sondern sie in ihrer gesamten Lebensrealität wahrzunehmen und darin zu stärken, ihre Beziehungen nachhaltig und tragfähig zu gestalten.

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