Gerade für Kinder sind Trennungen und neue Familienverhältnisse schwierig. Für solche Situationen gibt es Angebote zur professionellen Begleitung. In der Steiermark etwa durch Rainbows, wo man heuer 35. Jubiläum feiert.
Wenn sich Eltern trennen und neue Partner finden, die auch schon Kinder haben, führt das oft zu kunterbunten neuen Familienkonstellationen – auch Patchworkfamilien genannt. Das kann eine Bereicherung sein, aber besonders für Kinder auch belastend und herausfordernd. Professionelle Begleitung hilft enorm. Ein Pionier auf diesem Gebiet ist die vor 35 Jahren in der Steiermark gegründete Organisation Rainbows (siehe auch Kasten unten).
Wenn die Familie plötzlich größer wird
Von deren Angebot machten auch Franziska Zand und Fabian Luttenberger mit ihrer Tochter Emilia (Foto Mitte) Gebrauch. Nach ihrer Trennung vor etwa drei Jahren gingen beide neue Beziehungen ein. Franziska Zand hat mit ihrem neuen Partner inzwischen eine zweite Tochter (am Foto re.), Fabian Luttenbergers neue Lebensgefährtin brachte bereits einen Sohn mit in die Beziehung (am Foto li.). Die knapp achtjährige Emilia hatte also plötzlich quasi zwei neue Geschwister und zwei „Bonus-Eltern“.
Die Organisation Rainbows begleitet Kinder und Jugendliche sowie deren Familien bei Trennungen, Scheidungen oder auch Verlusten durch Todesfälle.
Das Konzept stammt aus den USA und wurde 1991 – heuer feiert man 35. Jubiläum – in der Steiermark etabliert, inzwischen gibt es Rainbows in ganz Österreich.
In der Steiermark werden jährlich zwischen 300 und 350 Kinder begleitet, einzeln oder in Gruppen. Das Angebot ist kostenpflichtig, aber sozial gestaffelt.
Alle Infos unter: www.rainbows.at
Thema Trennung spielerisch aufarbeiten
„In den letzten Monaten ist uns aufgefallen, dass das Thema Trennung bei Emilia wieder präsenter war. Da haben wir Kontakt mit Rainbows aufgenommen“, sagt Franziska Zand. Nach einem Erstgespräch mit den Eltern hatte Emilia fünf Einzelbetreuungseinheiten, in denen sie mit Rainbows-Mitarbeiterinnen spielerisch über Gefühle und Ängste sprechen konnte. „Es hat ihr richtig gut gefallen“, freut sich ihre Mama.
Kinder, die Verluste oder Trennungen erleben, haben ein Risiko für Entwicklungsprobleme. Es lohnt sich, schon präventiv Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Xenia Hobacher, Landesleitung Rainbows Steiermark
Bild: Jürgen Fuchs
Vermissen sei ein zentrales Thema, erzählen die Eltern. „Am liebsten wäre es ihr, wenn wir alle zusammen in einer großen Familien-WG leben würden“, schmunzelt Fabian Luttenberger. Worauf er und seine ehemalige Partnerin im Zuge der Trennung geachtet haben: „Das Wichtigste für uns war, dass es Emilia gut geht.“ Diesen Tipp legen sie generell jeder neu entstehenden Patchworkfamilie ans Herz: „miteinander in Kommunikation bleiben, das Kind in den Fokus rücken und sich Unterstützung holen“.
Inzwischen versteht sich Emilia blendend mit ihrem Stiefbruder Valentin, die beiden „neuen“ Familien pflegen offene und wertschätzende Kommunikation miteinander. Freilich bleiben größere und kleinere Herausforderungen: „Die Urlaubsplanung ist mit so vielen Beteiligten nicht gerade das Einfachste ...“
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