100 Gäste waren bei der Veranstaltung zum geplanten Rechenzentrum in Leopoldsdorf zugelassen. Die Fragen waren sachlich, die Antworten für viele unbefriedigend. Begrüßt wird seitens der Kritiker und der Gemeindeführung, dass nun der Informationsprozess gestartet sei und fortgesetzt würde.
Die Plätze bei der Info-Veranstaltung zum geplanten Rechenzentrum von CloudHQ in Leopoldsdorf, Bezirk Bruck an der Leitha, waren abgezählt – 100 Bürger durften dabei sein. Das Ambiente beim Heurigen war mit Getränken und Broten rustikal, die Stimmung sachlich und ruhig. Bevor es ans Eingemachte ging, grenzte Fritz Blasnek, ÖVP-Bürgermeister von Leopoldsdorf, nochmals die Rolle der Gemeinde klar ab: „Die Gemeinde hat keine technische Genehmigung für ein Rechenzentrum erteilt. Ihre wesentliche Aufgabe lag bislang in der örtlichen Raumordnung. Der Gemeinderat hat die Bauhöhe von rund 25 Metern ermöglicht und damit auch die Möglichkeit geschaffen, einen Raumordnungsvertrag abzuschließen.“ In diesem konnten unter anderem Grundabtretungen im Bereich des Petersbaches, Begrünungsmaßnahmen, Photovoltaik sowie ein Infrastrukturbeitrag von neun Millionen Euro vertraglich gesichert werden. „Die Verwendung dieser Mittel ist für Verkehrsmaßnahmen, Petersbachbrücke und Entwässerung und Begrünungen vorgesehen“, sagt der Ortschef.
Errichter als Partner der Gemeinde
Andreas Graf-Matzner, Country Manager CloudHQ, ergänzt: „Wir verstehen uns als Partner der Gemeinde und werden in vielen Dimensionen sehr gerne unseren Beitrag leisten.“ Die technischen Fragen zu Emissionen, Anlagenbetrieb und Sicherheit sind hingegen von den zuständigen Behörden und Sachverständigen zu prüfen.
Nicht viel Neues erfahren
„Wir haben nicht recht viel Neues erfahren“, fasst es Vizebürgermeister Christoph Lampert, Grüne, aus Maria Lanzendorf zusammen. Der Gemeinderat des Nachbarortes verabschiedete am Mittwoch eine Resolution an Leopoldsdorf: „Wir erwarten uns mehr Informationen und einen laufenden Austausch. Das 2. Rechenzentrum soll erst dann angedacht werden, wenn die Umweltverträglichkeitsprüfung fürs jetzige vorliegt“, so Lampert.
Dialog zu Bürgern eröffnet
Peter Gerber, Sprecher der Bewegung „Leo(poldsdorf) schläft nicht“ war ebenfalls vor Ort: „Die Veranstaltung war nur mäßig aufschlussreich. Auf viele der konkreten Fragen gab es nur eine vage oder gar keine Antwort.“ Er findet es aber gut, dass der Dialog mit den Bürgern nun losgetreten sei: „Man kann Fragen auch per Mail schicken und bekommt eine Antwort.“
Nicht alle Bedenken ausgeräumt
ÖVP-Bürgermeister Fritz Blasnek schildert seinen Eindruck nach der zweistündigen Zusammenkunft: „Der direkte Dialog war wichtig. Nicht alle Bedenken konnten ausgeräumt werden, aber viele technische Fragen konnten erstmals mit den Projektverantwortlichen diskutiert werden.“ Der Campus wird aus drei Rechenzentren mit jedrei Stockwerken bestehen. Insgesamt ist eine Anschlussleistung von 150 Megawatt geplant.
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