ME/CFS-Forscherin:

„All diese Horrorgeschichten sind wahr“

Wiener Wissen Podcast
04.10.2026 10:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Sie liegen im abgedunkelten Zimmer, können oft nicht mehr sprechen, gehen oder das Haus verlassen. Und selbst ein Arztbesuch kann ihren Zustand weiter verschlechtern. Verena Hackl, Senior Scientist an der MedUni Wien, erforscht schwere und schwerste Formen von ME/CFS. Was sie dabei zu sehen bekommt, geht selbst der erfahrenen Forscherin nahe: „All diese Horrorgeschichten sind wahr.“

Für viele Betroffene wird damit ausgerechnet das Gesundheitssystem zum Problem. ME/CFS-Patienten mit schweren Verläufen können nicht einfach ins Krankenhaus oder auch nur zum Arzt fahren. Transporte, Reize und selbst alltägliche Tätigkeiten wie Zähne putzen können zu viel sein. Hackl bringt es im „Wiener Wissen“-Podcast auf den Punkt: „Es gibt keine Versorgung, und das tut wirklich weh.“ Entscheidend im Umgang mit ME/CFS sei, die Belastung an die Belastbarkeit des Körpers anzupassen und nicht den kranken Körper immer weiter zu fordern.

Und dann ist da noch das Problem mit dem Wissen. Hackl berichtet, dass ME/CFS in ihrer eigenen Ausbildung nicht vorkam. „Wie soll man etwas therapieren, das man nicht kennt?“ Ihre Forschung soll genau diese Lücke sichtbar machen. Doch während Forschung Zeit braucht, fehlt diese Zeit den Erkrankten: „Sie sind jetzt krank. Sie bräuchten die Versorgung seit vorgestern.“

Den ganzen Podcast können Sie hier anhören:

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