Künstliche Intelligenz ist ein zentrales Thema in unserer Gesellschaft. Wie hoch ist ihr Nutzen, welche Fehler sollten wir vermeiden? In der Ramsau wurde beim Zukunftsforum intensiv diskutiert – Keynote Speaker Christoph Burkhardt gab den Anstoß.
„Hätte die Ramsau nicht riskiert, wären wir heute nicht so erfolgreich“, ist Johannes Uttinger, Bürgermeister der steirischen Gemeinde am Fuße des Dachsteins, überzeugt, genau dem Motto nachgekommen zu sein, unter dem das Zukunftsforum 2026 steht: „Die Champions der Zukunft sind wir – No Risk, No Success“.
Veranstalter Anton Schutti pflichtet dem bei: „Wir müssen Verantwortung für unsere zukünftige Generation übernehmen.“ „Krone“-Geschäftsführer Clemens Schwaiger kennt das passende Rezept: „Mut ist der zentrale Wert, der uns guttun würde. Wir müssen Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen, die auch mit kalkulierbarem Risiko verbunden sind.“
„Die Entscheidungen müssen wir treffen“
Einer, der das nur zu gut weiß, ist Keynote-Speaker Christoph Burkhardt aus Deutschland, der sich als Unternehmer und Futurist im Silicon Valley an die Spitze von künstlicher Intelligenz und Innovation gehievt hat. Ohne KI geht es nicht mehr, das ist jedem bewusst: „Die KI-Tür ist offen. Alle wissen, dass wir durch die Tür müssen. Warten wir zu lange, entscheidet wer anders für uns. Entscheidet sich Europa nicht in den nächsten zwei Jahren, wann und wie wir die KI nutzen, wird das eben Microsoft für uns tun. Meine große Hoffnung ist, dass wir es tun“, erklärt er die Diskrepanz, in der wir uns befinden.
Entscheidet sich Europa nicht in den nächsten zwei Jahren, wann und wie wir die KI nutzen, entscheidet eben Microsoft für uns. Ich hoffe, dass wir es tun.
Unternehmer Christoph Burkhardt
Das Problem an der Sache unter anderem: „Die KI kann unglaublich gut planen. Was ihr allerdings fundamental fehlt, ist, Mensch zu sein.“ Immer mehr Agenten übernehmen mittlerweile für uns die Kommunikation. Im schlimmsten Fall kommunizieren nur noch Agenten untereinander, und der Mensch weiß gar nicht, dass eigentlich interagiert wird. Was wir dabei laut Burkhardt aber vergessen: „Entscheidungen müssen wir treffen und dafür die Verantwortung übernehmen. Tatsache ist also, dass wir durch die Tür gehen müssen. Die Frage ist nur, wie und wann.“
„Keine lineare, sondern exponentielle Zukunft“
„Es geht rasant. Dinge sind jetzt schon möglich, die wir uns lange nicht vorstellen konnten. Beruhigend ist allerdings, dass es immer den Menschen braucht, er nicht ersetzbar ist“, resümiert Finanz-Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl in der anschließenden Diskussion zu diesem tiefgreifenden Thema, moderiert von „Krone“-Chefredakteur Klaus Herrmann. „Wir müssen lernen, in Optionalität zu denken, da wir keine Ahnung haben, wo sich die KI hinentwickelt. Das ist keine lineare, sondern eine exponentielle Zukunft“, ist „Krone“-Geschäftsführer Clemens Schwaiger überzeugt. „Viele Dinge werden sich verändern. Alle technologischen Veränderungen haben das mit sich gebracht. Die generelle Angst davor wird uns nicht weiterbringen“, stimmt der Präsident der steirischen Arbeiterkammer, Josef Herk, zu.

Wir müssen Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen, die mit kalkulierbarem Risiko verbunden sind.
„Krone“-Geschäftsführer Clemens Schwaiger
Staatssekretärin Eibinger-Miedl ist sich sicher: „Es wird sich viel verändern in den nächsten Jahren, ganz neue Arbeitswelten werden sich auftun, Berufsfelder werden verschwinden. Wir müssen heute daran arbeiten, um das Zukunftsbild zu erreichen.“
Etliche weitere Größen aus Wirtschaft und Sport standen auf der Bühne und gaben ihre Konzepte für Erfolg mit. Und auch heute geht es beim Zukunftsforum Ramsau beeindruckend weiter: Laura Bornmann etwa zählt zu den einflussreichsten Stimmen Deutschlands, wenn es um Führungsqualität in Unternehmen geht. Kernpunkt für sie: Menschlichkeit und Leistung müssen ineinandergehen!
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