Skandal um PL-Klub

ManCity: Jetzt bricht Guardiola sein Schweigen

Premier League
30.09.2026 17:20
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Startrainer Pep Guardiola hat dem von einem Finanzskandal erschütterten Fußballclub Manchester City seine Unterstützung zugesagt. „Ich möchte, dass jeder einzelne Manchester-City-Fan auf der ganzen Welt weiß, dass ich für euch da bin – mehr denn je“, schrieb der 55-Jährige auf Instagram. „Lasst mich eines klarstellen: Wir werden das gemeinsam durchstehen. Ich liebe euch alle.“ Guardiola war 2016 zum Verein gekommen und hatte ihn bis zum Ende der vergangenen Saison trainiert.

  Er stehe hinter „meinem Verein, meinem Eigentümer, meinem Vorsitzenden, Ferran, den Spielern, den Mitarbeitern, Enzo und euch, unseren einzigartigen Fans – das war schon immer so und wird auch immer so bleiben“, schrieb Guardiola, der derzeit eine Botschafterrolle für ManCity einnimmt. Ferran Soriano ist Geschäftsführer des Clubs, Enzo Maresca Guardiolas Nachfolger als Trainer. Guardiola gewann mit den Skyblues sechsmal die Meisterschaft und einmal die Champions League.

  Manchester City wurde von einer unabhängigen Kommission in allen Anklagepunkten wegen Verstößen gegen die Finanzregeln der Premier League zwischen den Spielzeiten 2009/10 und 2017/18 für schuldig befunden. Man City soll dabei „Scheinverträge“ mit Geschäftspartnern geschlossen haben, um Finanzierungen von mehr als 830 Millionen britischen Pfund (etwa 969 Millionen Euro) verschleiert zu haben. Bis Freitag hat City Zeit, Berufung einzulegen. Dem englischen Topclub drohen harte Strafen.

Früherer Boss fordert Zwangsabstieg
Der frühere Club-Boss David Bernstein forderte einen Zwangsabstieg. „Wenn sich all das bestätigt und die Berufung scheitert, kann Manchester City nicht in der Premier League bleiben. Der Club muss eine schwere Strafe erhalten, die ihn aus der Premier League entfernt. Das sage ich als Unterstützer und Fan seit 70 Jahren“, sagte Bernstein dem britischen Sender BBC.

  Der Verein muss mit schweren Sanktionen rechnen, zu denen ein massiver Punktabzug oder sogar der Ausschluss aus der Premier League gehören könnten. Der Club, der seit 2008 Scheich Mansour aus der Herrscherfamilie von Abu Dhabi gehört, beteuerte aber bisher seine Unschuld. Soriano behauptete, dass der Schuldspruch das Ergebnis „einer Verschwörungstheorie der Premier League“ sei.

  „Die Sanktionen dürfen sich nicht auf Geld beschränken. Geld bedeutet den Eigentümern aus Abu Dhabi nicht viel“, sagte Bernstein. Er betonte, dass die Glaubwürdigkeit der Premier League auf dem Spiel stehe. „Die Premier League hat davon gesprochen, dass über mehrere Jahre falsche Unterlagen und ein bestimmtes Verhaltensmuster vorgelegen hätten. Das ist geradezu unglaublich“, sagte der 83-Jährige, der Man City von 1998 bis 2003 als Vorsitzender führte.

Nicht nur Bernstein zeigte sich fassungslos
Auch der frühere Manchester-United-Kapitän Roy Keane reagierte fassungslos. „Wenn ich Spieler wäre, würde ich diese Medaillen zu 100 Prozent in die Tonne werfen. Natürlich würde man das – es ist Betrug“, sagte Keane beim britischen Sender ITV Sport und fügte hinzu: „Sie wussten, dass sie damit vielen Menschen schaden würden, aber sie haben es trotzdem getan.“ Die in Großbritannien für den Sport zuständige Ministerin Lisa Nandy erklärte, dass der Fall „äußerst ernst“ sei. „Der Bericht der Premier League ist in seiner Deutlichkeit erschütternd“, sagte sie.

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