Emotionaler Abschied

Krebsdiagnose: Kremser Stadtvize tritt zurück

Niederösterreich
30.09.2026 17:30
Porträt von Niederösterreich-Krone
Von Niederösterreich-Krone

Mit bewegenden Worten kündigte Eva Hollerer ihren Rückzug aus der Kremser Politik an. Die Vizebürgermeisterin ist an einer aggressiven Form von Krebs erkrankt. Mit 1. November legt sie sämtliche Ämter zurück. Im Gemeinderat gab es Tränen und minutenlangen Applaus.

Es war ein schwerer Abschied zu Beginn der Gemeinderatssitzung: Eva Hollerer gab am Dienstagabend bekannt, sich aus der Politik zurückzuziehen. Die SPÖ-Vizebürgermeisterin sprach dabei offen über ihre Krebserkrankung – und darüber, wie die Diagnose ihre Zukunftspläne mit einem Schlag verändert hatte.

„Der Abschied fällt mir nicht leicht“, erklärte Hollerer. Die diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester leidet nach eigenen Angaben an einer besonders aggressiven Form. Welche Krebsart diagnostiziert wurde, machte sie nicht öffentlich.

„Ich habe keine gute Prognose“
Für die Schwere ihrer Erkrankung fand Hollerer klare Worte: „Im Krankenhaus-Jargon sagen wir: Ich habe die Arschkarte gezogen. Ich habe keine gute Prognose.“ Weil ihr die notwendige Kraft für ihre politischen Aufgaben fehle, legt sie mit 1. November alle Funktionen nieder – als Vizebürgermeisterin, Mitglied des Stadtsenates und des Gemeinderates sowie ihre Aufgaben im Gemeinderatsausschuss.

Seit 2012 in der Stadtregierung
Hollerer gehört seit 2012 der Kremser Stadtregierung an. Zunächst war sie fünf Jahre als Stadträtin tätig, 2017 wurde sie zur Ersten Vizebürgermeisterin gewählt und 2022 bestätigt. Ihre Schwerpunkte lagen im Arbeitsmarkt- und Sozialbereich sowie im Personalressort.

Zitat Icon

Aus gesundheitlichen Gründen ist nun der Zeitpunkt gekommen, meine Verantwortung abzugeben.

Eva Hollerer

Applaus und eine Rose zum Abschied
Nach ihrer Rede erhoben sich Mandatare, Magistratsbedienstete und Zuschauer zu minutenlangen Standing Ovations. Altbürgermeister Reinhard Resch überreichte seiner langjährigen Wegbegleiterin eine Rose. Hollerer bezeichnete ihn als ihren Entdecker und Mentor.

Bürgermeister Peter Molnar würdigte ihren persönlichen Einsatz für die Anliegen der Bevölkerung. Hollerer habe Entscheidungen kritisch hinterfragt, Verantwortung übernommen und auch schwierige Themen offen angesprochen.

Die scheidende Stadtvize bedankte sich bei ihren politischen Wegbegleitern und den Mitarbeitern der Stadt. Für Krems und seine Menschen wünsche sie sich alles Gute. Molnar wünschte ihr für den weiteren Weg vor allem Zeit und Ruhe.

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