August Wöginger musste nach seiner Verurteilung wegen der Anstiftung zum Amtsmissbrauch den ÖVP-Klubvorsitz räumen. Jetzt bekommt er eine neue Aufgabe in der Bundespartei. Auch in der Klubführung mischt er wieder mit.
Den Klubvorsitz hat August Wöginger verloren. Neue Aufgaben bekommt er nun trotzdem. Die ÖVP überträgt ihrem früheren Klubchef die Koordination der Funktionärsbetreuung.
Im Mai war Wöginger wegen Anstiftung zum Amtsmissbrauch zu sieben Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe verurteilt worden. Er trat – nach öffentlichem Druck – daraufhin als Klubobmann zurück, blieb aber Nationalratsabgeordneter. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Neue Aufgabe hinter nüchternem Titel
Dass sich die Volkspartei nie von ihrem „Gust“ abgewandt hat, ist kein Geheimnis. Auch als Bundesobmann des mächtigen ÖAAB-Bundes wurde er im September wiedergewählt – Kanzler Christian Stocker gratulierte sogar noch (siehe unten).
Und trotz heftiger Kritik setzt die Volkspartei nun wieder auf Wöginger. Laut „Krone“-Infos soll er sich künftig um die Betreuung der ÖVP-Funktionäre im ganzen Land kümmern. Wöginger soll Bezirke besuchen, mit Funktionären sprechen und an Veranstaltungen teilnehmen. Die Volkspartei zählt rund 600.000 Mitglieder, diese müssen koordiniert werden – darum wird sich künftig Wöginger kümmern. Aus der ÖVP heißt es: „August Wöginger ist seit seinem 16. Lebensjahr in der ÖVP engagiert – das sind nunmehr 35 Jahre – mehr als 8 Jahre war er Klubobmann. Es gibt wenige, die die Partei und deren Funktionärinnen und Funktionäre so gut kennen, wie er.“
Als einer der ausgewiesenen Sozialexperten des Landes und Sozialsprecher der ÖVP übernehme Wöginger also die Koordination der Funktionärsbetreuung und „bringt dabei seine langjährige Erfahrung ein. Die Anliegen vor Ort sollen unmittelbar in die Arbeit der Bundespartei einfließen.“

Auch zurück in der Klubführung
Als Bereichssprecher für Arbeit und Soziales blieb Wöginger ohnehin tätig. Aber es kommt nicht nur die Funktionärsbetreuung dazu; vergangene Woche wurde Wöginger sogar erneut zum Klubobmann-Stellvertreter gewählt, alle Obleute der ÖVP-Bünde bekommen diese Position.
Bleibt die Frage nach dem Geld. Wie viel bekommt Wöginger für die neue Aufgabe? Das wollte die Partei auf „Krone“-Anfrage nicht verraten. Gleicht die Partei damit jenen Gehaltsverlust aus, den er durch den Rücktritt als Klubobmann hinnehmen musste? Denn als Klubobmann verdiehnte er laut Rechnungshof 16.211,10 Euro brutto monatlich. Mit seinem Rücktritt sank sein Monatsbezug um rund 5860 Euro brutto.
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