Seelsorger mit Humor

Große Trauer um beliebten Pater Bernard Springer

Niederösterreich
29.09.2026 13:00

Er war für Generationen ein vertrautes Gesicht in Neunkirchen, ein Seelsorger, der den Menschen besonders nahe war: Pater Dr. Bernard Springer ist am Freitag im Alter von 86 Jahren verstorben. Mehr als vier Jahrzehnte lang prägte der Minoritenpater das religiöse und gesellschaftliche Leben in Neunkirchen.

Als am vergangenen Freitag um 15.30 Uhr die Glocken der Stadtpfarrkirche Neunkirchen zehn Minuten lang läuteten, wurde es schnell für viele zur traurigen Gewissheit: Der beliebte ehemalige Pfarrer und Seelsorger Pater Bernard war im 87. Lebensjahr gestorben.

1976 kam der gebürtige Wiener als Stadtpfarrer nach Neunkirchen. 44 Jahre lang stand er an der Spitze der Stadtpfarre, ehe er 2020 das Amt des Stadtpfarrers zurücklegte und an seinen Nachfolger Pater Bernhard Lang übergab. Der Pfarre und den Menschen blieb er aber auch danach weiterhin eng verbunden.

Für viele war Pater Bernard ein besonders guter Freund mit viel Humor
Gerhard Motsch, ehemaliger Religionslehrer im Gymnasium Neunkirchen, war bis zum Schluss eng mit ihm befreundet und besuchte ihn regelmäßig im Pflegeheim, wo Pater Bernard am Freitag auch friedlich einschlief. „Ich kannte ihn seit meiner Jugend“, so Motsch. Und er lobte vor allem seine Weltoffenheit. „Er hat sich für alles interessiert und war absolut nicht engstirnig“, so Motsch.

Und auch sein Nachfolger, Pater Bernhard Lang, findet schöne Worte für einen Freund. „Er hatte ein unglaubliches Wissen und vor allem auch viel Humor“, so Pater Bernhard Lang und erinnert sich an viele Situationen, in denen sie beide sehr viel gelacht hatten.

Mit Herz und großer Leidenschaft
Besonders am Herzen lag ihm die Neunkirchner Stadtpfarrkirche. Mit großer Beharrlichkeit setzte er sich für deren Erhaltung und Renovierung ein. Auch die christliche Kunst beschäftigte ihn intensiv. Sein theologisches Wissen war groß – schließlich hatte Springer in Rom studiert und über Biblische Theologie promoviert. 

Sein Wirken beschränkte sich dabei nicht auf die Kirchenmauern. Springer engagierte sich auch für soziale Anliegen und unterstützte unter anderem die Dritte-Welt-Gruppe Neunkirchen. Für sein jahrzehntelanges Wirken wurde Pater Bernard vielfach ausgezeichnet. 

So kann jeder von Pater Bernard Abschied nehmen ...
Am Donnerstag ab 16 Uhr können sich die Menschen in der Stadtpfarrkirche von Pater Bernard verabschieden und sich ins Kondolenzbuch eintragen. Um 18 Uhr folgt eine Andacht. Das eigentliche Begräbnis findet am Freitag statt. Ab acht Uhr ist die Kirche für persönliche Abschiednahmen geöffnet. Um 14 Uhr beginnt der Auferstehungsgottesdienst. Danach wird der Sarg in einem Trauerkondukt über den Hauptplatz zum Rathaus geleitet, wo die Stadt und ihre Gemeinden ihrem Ehrenbürger die letzte Ehre erweisen. Anschließend wird Pater Bernard am Stadtfriedhof im Ordensgrab des Minoritenkonvents beigesetzt.

Versprechen eingelöst – neues Glockenspiel erklingt zu seinen Ehren
Ein besonderes Zeichen des Abschieds gibt es beim Pfarrfest am 4. Oktober: Nach der Weihe des neuen Glockenspiels und dem „Te Deum“ soll zu Ehren des verstorbenen Altstadtpfarrers das Lied „Herrgott aus Sta“ erklingen. „Ein Versprechen, das ich ihm bereits zu Lebzeiten gegeben habe“, so Pater Bernhard Lang.

Von Kranz- und Blumenspenden wird auf Wunsch des Verstorbenen abgesehen. Stattdessen kann die Missionsarbeit des Minoritenordens oder das Wiener Kinderspital St. Anna mit einer Spende unterstützt werden.

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