Gerhard Zeiler will SPÖ-Chef werden und damit die Führung der Partei übernehmen. Doch Andreas Babler denkt nicht daran, seinen Posten zu räumen. Der Vizekanzler verweist auf seinen erst vor sechs Monaten erteilten Auftrag durch den Parteitag – den öffentlichen Vorstoß seines Herausforderers Zeiler in der „Krone“ tat er dabei als „Gerüchte“ über eine mögliche Kandidatur ab.
„Ich habe vor sechs Monaten einen klaren Auftrag bekommen“, sagte Babler am Samstag bei einem Pressestatement am Rande des „Tags des Sports“ am Wiener Heldenplatz. Sollte Zeiler tatsächlich für den Parteivorsitz kandidieren wollen, gebe es dafür klare Regeln.
Babler spricht von „nüchterner Angelegenheit“
Ob es im Fall einer Kandidatur Zeilers zu einer Mitgliederbefragung oder zu einem Sonderparteitag mit Kampfabstimmung kommen könnte, ließ Babler offen. Derzeit handle es sich lediglich um „Gerüchte“, „dass sich jemand als möglicher Kandidat ins Spiel bringen mag“. Das sei „eine relativ klare und nüchterne Angelegenheit“.
Die Ankündigung Zeilers gegenüber der „Krone“, für den SPÖ-Vorsitz bereit zu sein, hatte am Freitag die seit Monaten kursierenden Spekulationen über eine mögliche Ablöse Bablers neu entfacht. Weitere Details zur Ankündigung von Zeiler gegenüber der „Krone“ lesen Sie ab 18 Uhr bei KronePLUS.
Zeiler erklärte in der „Krone“: „Ich glaube, dass ich die richtige Person bin, um die Partei aus diesem historischen Tief herauszuführen.“ Für eine vorzeitige Wahl des Parteivorsitzenden müsste er rund 12.500 Unterstützungsunterschriften von SPÖ-Mitgliedern sammeln. Alternativ könnte der Bundesvorstand einen außerordentlichen Parteitag einberufen. Die nächste reguläre Sitzung des Bundesvorstands ist für den 6. November angesetzt.
12.500 Unterschriften nötig
Babler verwies unterdessen auf die anstehenden Vorhaben der Bundesregierung. Dazu zählen etwa die Spritpreisbremse, die am Montag im Nationalrat beschlossen werden soll, sowie die Reformpartnerschaft mit Ländern und Gemeinden und eine geplante Stärkung der Wirtschaft.
Auch eine am Freitag verschickte Einladung der SPÖ-Bundespartei deutet darauf hin, dass Babler derzeit nicht an einen Rückzug denkt. Eingeladen wurde zu einem bereits länger geplanten „Afterwork Drink“ mit dem SPÖ-Chef in der Löwelstraße.
Erst dritte Kampfabstimmung
Sollte es tatsächlich zu einer Kampfabstimmung um den SPÖ-Vorsitz kommen, wäre dies erst die dritte in der Geschichte der Partei. 1967 setzte sich Bruno Kreisky gegen Hans Czettel durch. 2023 gewann Babler die Abstimmung über die Nachfolge von Pamela Rendi-Wagner gegen den burgenländischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Für Babler wäre es damit bereits die zweite Kampfabstimmung um die SPÖ-Spitze.
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