Die Jugend liest nicht mehr? Das ist ein Vorurteil! Vor allem die Mädchen sind eigentlich treue Leserinnen und für den steirischen Buchmarkt wichtige Kunden. Nur die Burschen hinken hinterher. Warum? Die „Krone“ hat nachgefragt.
„Im Schnitt lese ich zwölf bis 14 Bücher pro Jahr“, erzählt Katharina Reisinger. Damit ist die Schülerin (17) aus Weiz ein Beispiel von vielen, die das Vorurteil widerlegen, dass die Jugend heute nicht mehr lesen würde. Auch Anna Hierhold (18) aus Gutenberg geht es ähnlich: „Zum Beispiel im Urlaub lese ich ein Buch pro Woche, wenn es gut ist.“ Beide junge Frauen gestehen aber auch: „Es gibt Phasen, da lese ich gar nicht.“
Ich lese im Schnitt zwölf bis 14 Bücher im Jahr. Es gibt aber auch Phasen, da bin ich nicht sehr motiviert und lese gar nicht.

Katharina Reisinger
Bild: Fototeam Puntigam
Für den Buchhandel jedenfalls gelten junge Leser als sehr verlässliche Kundengruppe. Während die generellen Verkaufszahlen zurückgehen, ist das Segment Kinder- und Jugendbuch seit Jahren einigermaßen stabil. Das bestätigt auch Claudia Maralik von der Buchhandlung Plautz in Gleisdorf: „Bei uns ist das Interesse an Kinder- und Jugendbüchern stabil.“
Warum greifen die Jugendlichen also trotz überbordendem Angebot auf Social Media und den Streamingdiensten noch immer gerne zum Buch? „Bei einem Film sieht man die Geschichte lediglich, während man sich bei einem Buch alles im Kopf vorstellt. So kann man sich eine eigene Welt erschaffen – deswegen lese ich auch so gerne Fantasy“, erklärt Reisinger.
Und Fantasy ist neben der Romantik auch einer der Hauptbestandteile des aktuellen Hypes rund um das sogenannte Young-Adult-Genre – Bücher also, die mit fantasievollen, romantischen und oft auch recht expliziten Handlungen punkten. „Mit dieser Schiene wird eine wichtige Lücke geschlossen. Diese Bücher bieten einen Übergang von der Jugendliteratur in die Belletristik“, sagt Maralik.
Ich lese vor allem Fantasy und Romance. Wenn das Buch gut ist, dann lese ich etwa im Urlaub ein Buch pro Woche.

Anna Hierhold
Bild: Hierhold
Dieser Trend verstärkt jedoch auch eine Geschlechterkluft, was das Lesen anbelangt: „Generell lesen Mädchen mehr. Man muss aber auch sagen, dass das Angebot für Mädchen aktuell viel größer ist.“
Und welches Buch würde Maralik derzeit empfehlen? „Da gibt es für jeden Geschmack etwas anderes. Wir Buchhändler beraten gerne und finden für jeden etwas Passendes.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.