Die heißen Debatten und die langjährige Forderung der „Krone“ über die Umsetzung einer flächendeckend einheitlichen Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel in der Gastronomie zeigen Wirkung. Wirtschafts- und Landwirtschaftskammer loten nun gemeinsam die konkreten Rahmenbedingungen aus, wie Konsumenten in Zukunft mehr Informationen über die Herkunft tierischer Produkte erhalten können.
Woher kommt das Fleisch für mein Schnitzel? Woher das Ei im Kaiserschmarrn? Für viele Gäste ist die Herkunft ihrer Lebensmittel auch beim Restaurantbesuch wichtig – doch gerade in der Gastronomie ist das nicht immer auf einen Blick klar erkennbar.
Ende dieser Woche haben Wirtschaftskammer (WKÖ) Präsidentin Martha Schultz und der Präsident der Landwirtschaftskammer (LKÖ) Josef Moosbrugger ein gemeinsames Bekenntnis für mehr Herkunftstransparenz am Teller abgelegt. Ein starkes Indiz, dass der Drahtseilakt der Interessenabwägung aller Seiten nun endlich gelingen kann.
Keine zusätzliche Belastung
Ihr klares Ziel: mehr Transparenz für die Gäste, aber ohne zusätzliche Bürokratie für die Wirte. In den kommenden drei Jahren soll ab jetzt geprüft werden, wie digitale Systeme die Herkunftsinformationen einfach und ohne großen Aufwand sichtbar machen können.
Eine Grundlage gibt es bereits: Die Initiative „Gut zu wissen“ informiert derzeit bei 94,5 Millionen Essensportionen pro Jahr an 1280 Standorten in der Gemeinschaftsverpflegung über die Herkunft von Milch, Fleisch und Eiern. Das System funktioniert digital und kann Informationen etwa für Speisekarten, Aushänge oder andere Anwendungen bereitstellen. Unabhängige Kontrollstellen überprüfen die Angaben jährlich.
Moosbrugger und Schultz bringen‘s auf Schiene
„Das ist ein wichtiger Schritt“, betont LKÖ-Präsident Moosbrugger, der das Projekt engagiert vorantreibt. Er möchte einen Weg finden, der die Interessen beider Seiten berücksichtigt: Eine Expertengruppe mit Vertretern der Landwirtschaft und der Gastronomie soll die Lösungen prüfen, Anliegen und Bedenken sollen laufend eingebracht werden. Zwischenberichte liefern während dieser Phase wichtige Orientierungspunkte.
Auch WKÖ-Präsidentin Martha Schultz macht klar: Für die ohnehin stark geforderte Gastronomie darf daraus kein neuer Bürokratieberg entstehen. Deshalb sollen praktikable und digitale Lösungen gefunden werden – gleichzeitig soll ein „Wirtepaket“ mit spürbaren Entlastungen erarbeitet werden.
„Mehr Transparenz am Teller ist seit Jahren eine Forderung der ‚Krone‘“, sagt Tierecke-Leiterin Maggie Entenfellner. „Dass sich die beiden Kammern nun gemeinsam auf den Weg machen und dabei auch die Gastronomie mitnehmen wollen, ist deshalb ein wichtiges und begrüßenswertes Signal.“ Am Ende soll erstmals eine flächendeckende und einheitliche Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie möglich werden.
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