Jeder dritte Verkehrsunfall in der Steiermark passiert durch Ablenkung – etwa weil während der Fahrt Nachrichten geschrieben werden. Besonders gefährdet sind Jugendliche. Experten sind alarmiert und setzen auf Bewusstseinsbildung.
Nur kurz während der Fahrt eine WhatsApp-Nachricht beantworten oder ein schneller Imbiss am Steuer – Hand aufs Herz, das kennt wohl so gut wie jeder Autofahrer! Dabei sind solche kleinen Nebentätigkeiten im Straßenverkehr – egal ob im Auto, am Fahrrad oder am E-Scooter – keine Bagatelle. „Ablenkung und Unaufmerksamkeit stehen an der Spitze der Unfallursachen“, sagt Maria Knauer-Lukas, Leiterin des Referats Verkehrssicherheit beim Land Steiermark. Ein Drittel aller Verkehrsunfälle ist hierzulande darauf zurückzuführen, dass jemand den Kopf woanders hatte.
21 Todesfälle, die leicht zu vermeiden gewesen wären
Konkret waren das in der Steiermark im Vorjahr knapp 1800 Unfälle, bei denen mehr als 2000 Menschen verletzt wurden – und 21 ums Leben kamen. „Diese Todesfälle sind vermeidbar“, sagt Christian Schimanofsky, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV), und untermauert mit drastischen Zahlen, wie selbstverständlich für viele Autofahrer das Handy am Steuer ist: „Erhebungen zeigen, dass in Österreich pro Stunde 120.000 Nachrichten aus fahrenden Autos verschickt werden – nicht von Beifahrern.“
Wir haben heute deutlich mehr unterschiedliche Verkehrsteilnehmer als vor einigen Jahren, zugleich bringen neue digitale Entwicklungen mehr Ablenkungsquellen.

Maria Knauer-Lukas, Leiterin Verkehrssicherheit Land Steiermark
Bild: KFV/APA-Fotoservice/Michael Fiedler
Wenn man nur zwei Sekunden nicht auf die Straße, sondern aufs Handy schaue, entspreche das bei nur 50 km/h einem „Blindflug“ von 30 Metern. Und auf diesen 30 Metern kann etwa auch ein Fußgänger unterwegs sein.
Immer mehr Strafen wegen Handy am Steuer
Bei der Polizei setzt man neben Aufklärung freilich auch auf Strafen. „Wir haben im Vorjahr diesbezüglich beinahe 10.000 Organmandate ausgestellt, heuer sind es schon über 12.000“, sagt Klaus Rexeis von der Landespolizeidirektion.
Diese Woche gibt es seitens Land, Polizei und KfV im Messezentrum Graz eine Schwerpunktwoche, um Jugendliche für das Thema zu sensibilisieren. 480 Schüler aus der ganzen Steiermark nehmen an der Aktion teil und können bei Selbstversuchen erfahren, wie schnell das Handy im Verkehr gefährlich werden kann.
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