Nach umstrittenen Aussagen über den angeklagten Kabarettisten Günther „Gunkl“ Paal fordert die FPÖ die Absage eines Auftritts von Gerold Rudle in Tulln. Der Veranstalter verweist auf Rudles Entschuldigung, die Stadt will sich nicht einmischen.
Ein für März geplantes Gastspiel von Gerold Rudle im Tullner Danubium sorgt bereits Monate vor dem Termin für politischen Wirbel. FPÖ-Stadtrat und Landtagsabgeordneter Andreas Bors fordert den Veranstalter E&A Public Relations auf, die als Niederösterreich-Premiere angekündigte Vorstellung abzusagen.
Drei Veranstaltungen bereits abgesagt
Auslöser sind Aussagen Rudles über Günther Paal alias „Gunkl“. Rudle hatte seinen Kabarettkollegen als „sehr liebenswerten Menschen“ bezeichnet. Paal muss sich am 22. Oktober am Wiener Landesgericht wegen sexuellen Missbrauchs einer Unmündigen und des Besitzes von sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial verantworten.
Es wäre nicht nachvollziehbar, wenn andernorts Auftritte abgesagt werden, bei uns aber die NÖ-Premiere steigt. Was in Döbling gilt, sollte auch in Tulln gelten.
Andreas Bors, FPÖ
Bors hält Rudles Wortwahl angesichts der Vorwürfe für völlig unangebracht. Drei geplante Veranstaltungen mit dem Kabarettisten wurden bereits abgesagt, darunter eine Lesung in einer Buchhandlung in Wien-Döbling. Einen solchen Schritt fordert der FPÖ-Politiker nun auch in Tulln.
Stadt will nicht in Programm eingreifen
Bors nimmt auch die Stadt in die Pflicht, weil diese das Kulturprogramm des Veranstalters jährlich mit einer sechsstelligen Summe unterstützt. Im Rathaus sieht man jedoch keinen Anlass einzugreifen. Die Förderung gelte dem vielfältigen Programm als Ganzes. Für Auswahl, Planung und Durchführung der einzelnen Veranstaltungen sei ausschließlich der Veranstalter verantwortlich.
Dieser verweist auf eine nachträgliche Erklärung Rudles. Der Kabarettist entschuldigte sich für seine Wortwahl, die als Relativierung verstanden worden sein könnte. Der Auftritt mit dem Programm „Statisten des Wahnsinns“ ist für den 18. März 2027 angesetzt und scheint weiterhin stattzufinden.
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