Neue Leitung im Amt

Grazer TaO! als Probebühne für echte Begegnungen

Steiermark
22.09.2026 10:00

Das Grazer Theater am Ortweinplatz (TaO!) ist eine Institution für den steirischen Theaternachwuchs. Am Samstag startet die neue Saison – und das Haus hat mit Simon Windisch einen neuen Leiter. Die „Krone“ hat vorab mit ihm über aktuelle Herausforderungen gesprochen.

Das Grazer Theater am Ortweinplatz hat vielen Jugendlichen den Weg ins Theater geebnet – egal ob auf der Bühne, hinter dem Vorhang oder nur als Zuseher. Vor gut 20 Jahren hat auch Simon Windisch dort seine Karriere begonnen – als Werkstättenleiter in einem der theaterpädagogischen Kurse. „An der Arbeit mit den jungen Spielerinnen und Spielern habe ich immer den Austausch geschätzt. Man kann als Regisseur nicht einfach mit einem Konzept kommen und es durchziehen, sondern muss auf ihre Stärken und Talente eingehen und Brücken von ihren Welten zum Stoff des Stücks bauen.“

„Interesse ist ungebrochen groß“
Nachdem sich der TaO!-Gründer Manfred Weissensteiner heuer in die Pension verabschiedet hat, hat Windisch die Leitung der Institution übernommen. Aktuell sind rund 150 Kinder und junge Menschen in zwölf Werkstätten. Dazu kommen jeden Sommer noch acht Ferien-Kurse: „Das Interesse ist zum Glück ungebrochen groß und wird noch größer werden“, glaubt Windisch, denn: „In einer Zeit, in der alles immer virtueller und flüchtiger wird, bieten wir echte Begegnungen und eine Möglichkeit, sich auf Augenhöhe mit aktuellen Themen der Zeit zu beschäftigen.“

Simon Windisch
Simon Windisch(Bild: Lupi Spuma)

Im Moment trübt die finanzielle Situation die Arbeit: „In der freien Szene hatten wir ja nie goldene Zeiten und mussten jeden Cent umdrehen. Aktuell geht jedoch viel Energie dafür auf, Strukturen und Mitarbeiter halten zu können. Aber das Streichquartett der freien Szene spielt auch während des Untergangs weiter“, sagt Windisch. Und das Ziel ist und bleibt klar: „Wir wollen jungen Menschen die Schönheit und Bedeutung von Theater näherbringen – mit allem, was wir haben.“

Regisseur als Tao!-Heimkehrer
So plant man in der neuen Saison etwa neben einem Stück über Vereinsamung und das neue Biedermeier („Das große Verschwinden“, ab November) auch sogenannte Literaturminiaturen, in denen man Klassiker der Literaturgeschichte für Schulklassen zu interaktiven Theatererlebnissen verarbeitet. Und auch das Siegerstück des letztjährigen Retzhofer Dramapreises feiert im März Premiere. Regie führt mit Alexander Wychodil ein ehemaliges TaO!-Kind: „Er hat mittlerweile in Zürich Regie studiert. Und jetzt, wo er die Welt gesehen hat, will er zurück ins Tao!“, freut sich Windisch.

Eröffnet wird die Saison am Grazer TaO! am Samstag um 16 Uhr mit einer Programm-Vorschau unter dem Titel „Echte Jugendliche“.

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