Forschung in Graz

Welt-Demenztag: Wenn Vergessen zum Alltag wird

Steiermark
21.09.2026 08:08

Am heutigen Montag ist Welt-Demenztag. An der Medizinischen Uni Graz wird an neuen Methoden zu Früherkennung und Prävention getüftelt.

Ein Name fällt nicht mehr ein. Ein vertrauter Weg ist plötzlich völlig fremd. Eine Alltagssituation wird von heute auf morgen zum unlösbaren Problem. Demenz beginnt sehr häufig schleichend und verändert doch das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen von Grund auf. Alzheimer ist die häufigste Form der Demenzerkrankung. Mit steigendem Alter nimmt das Risiko, daran zu erkranken, deutlich zu.

 Der heutige Welt-Alzheimertag rückt die Erkrankung und die Forschung in den Mittelpunkt. „Nicht jede Vergesslichkeit ist aber automatisch ein Zeichen einer Demenzerkrankung. Gelegentliche Gedächtnislücken sind Teil des gesunden Alterns“, erklärt die Neuropsychologin Marisa Koini von der Med Uni Graz.

Fokus auf Früherkennung
Auffällig werde es, wenn Gedächtnisprobleme anfangen, den Alltag zu beeinträchtigen. „Krankhafte Veränderungen im Gehirn können allerdings bereits viele Jahre vor den ersten klinischen Symptomen beginnen“, erläutert die Medizinerin. Deshalb sei die frühe Phase für die Forschung besonders wichtig. „Dabei verbinden wir unterschiedliche Forschungsansätze. Dazu gehören unter anderem Biomarker aus Blut und Nervenwasser, bildgebende Verfahren wie die MRT sowie kognitive Tests. Wir arbeiten daran, Demenzerkrankungen früher und präziser zu erkennen und den Krankheitsverlauf besser vorherzusagen.“

21.000
ERKRANKTE STEIRER
Mehr als 21.000 Steirer leben mit Demenz. Bis 2050 soll die Zahl aufgrund der demografischen Entwicklung auf über 35.000 ansteigen.

Doch der Weltdemenztag soll nicht nur über die Krankheit und Forschung informieren. Er soll auch daran erinnern, genauer hinzuschauen – auf die ersten Anzeichen, auf die Belastung der Angehörigen und auf die Möglichkeiten von Prävention und Hilfe.

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