Die finanzielle Lage vieler Vorarlberger bleibt angespannt: Auch im dritten Quartal 2026 setzt sich der Aufwärtstrend bei den Privatinsolvenzen unvermindert fort. Wie aktuelle Daten des KSV1870 zeigen, mussten in den ersten neun Monaten des Jahres insgesamt 363 Privatpersonen den Weg in die gerichtliche Entschuldung antreten.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 335 Fällen gibt es nach den ersten drei Quartalen ein Plus von 8,4 Prozent. Damit liegt Vorarlberg allerdings noch knapp unter dem bundesweiten Trend, wo die Fallzahlen im Schnitt um 10,7 Prozent zulegten.
Spitzenreiter bei Gesamtschulden
Besonders drastisch fällt jedoch der Blick auf die Gesamtschulden aus. Während die Anzahl der Verfahren moderat anstieg, haben sich die Verbindlichkeiten der Betroffenen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Die Gesamtpassiva kletterten von 26 Millionen Euro im Jahr 2025 auf aktuell rund 53 Millionen Euro. Dieser prozentuale Anstieg ist der höchste in ganz Österreich.
Der Grund für diese extreme Summe liegt vor allem in einem prominenten Einzelfall, wie Nathaniel Heinritz, Standortleiter des KSV1870 in Feldkirch, erklärt: „Ein wesentlicher Grund für die deutlich gestiegenen Passiva ist die Privatinsolvenz des ehemaligen Unternehmers Christoph Breuß. Allein diese Insolvenz verzeichnet Verbindlichkeiten in Höhe von 11,3 Millionen Euro.“
Für das vierte Quartal 2026 erwartet der Gläubigerschutzverband keine Entspannung. Der KSV1870 geht davon aus, dass die Dynamik bei den privaten Pleiten bis zum Jahresende unverändert hoch bleiben wird.
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