Mit dem Fagott

Von Hittisau zum Olymp aufgebrochen

Vorarlberg
17.09.2026 08:00
Porträt von Anna Mika
Von Anna Mika

Die junge Bregenzerwälder Musikerin Johanna Bilgeri erreichte beim renommierten ARD-Wettbewerb in München das Semifinale und erhielt einen Sonderpreis. Ihre Liedenschaft gilt dem Fagott. 

Als die „Olympischen Spiele der klassischen Musik“ wird der Internationale Musikwettbewerb der ARD oft genannt, seit 1972 findet dieser stattfindet. Nicht jedes Jahr können alle Instrumentengattungen wie auch Sängerinnen und Sänger antreten, die Fächer wechseln. In diesem Jahr war nach 2019 erneut das Fach Fagott dran. Knapp über 200 Bewerbungen lagen vor, aus denen 50 zum Wettbewerb eingeladen wurden, darunter auch die Hittisauerin Johanna Bilgeri, geboren 2001.

Sie ist bereits Solofagottistin bei den Wiener Symphonikern und erregte kürzlich bei den Bregenzer Festspielen Bewunderung für ihre souveräne Gestaltung des anspruchsvollen Eröffnungssolos bei Strawinskis „Le sacre du printemps“ im zweiten Orchesterkonzert, dirigiert von Eva Ollikainen. Nun kam Johanna Bilgeri in diesem internationalen Feld unter die ersten sechs, was bedeutete, dass sie zusammen mit dem Münchner Kammerorchester im wunderschönen Prinzregententheater als Solistin auftrat. Neben der Interpretation klassischer Kompositionen musste die Semifinalistin eine Uraufführung konzertreif einstudieren und zur Aufführung bringen. Hier trug Johanna Bilgeri den Sieg davon, sie gewann den Sonderpreis der Jury.

Ehrgeizig und zielstrebig: Johanna Bilgeri.
Ehrgeizig und zielstrebig: Johanna Bilgeri.(Bild: julia wesely)

Man lernt, effektiv zu sein
Wie beurteilt die Vorarlbergerin die Unterschiede unter den Finalisten und die Kriterien dafür, wer nun welche Preise erhält? „Alle, die bis ins Semifinale gekommen sind, sind spieltechnisch und musikalisch top. Die Preisvergabe liegt im Ermessen der Jury, die etwa stilistische Unterschiede erkennt – eher eine Geschmacksfrage.“ Die Entscheidung, warum Johanna Bilgeri sich für die fordernde Teilnahme bei diesem Wettbewerb entschieden hat, liegt Jahre zurück: „Im Jahr 2013, da war ich gerade zwölf, gab es auch das Fach Fagott beim ARD-Wettbewerb. Ins Finale kamen damals nur Frauen. Das hat mich so begeistert, dass ich mir vorgenommen habe, dort auch einmal zu stehen.“ Die Erfahrungen, die sie durch ihre Teilnahme nun gemacht hat, schätzt sie sehr: „In kurzer Zeit muss man sehr viel Programm erarbeiten, dadurch lernt man, äußerst effektiv zu üben.“ Für ihre zukünftige Laufbahn wünscht sich Johanna eine Mischung aus Orchesterspiel, solistischem Wirken und Kammermusik: „So kann eines das andere bereichern.“

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