Während die Zahl der Firmenpleiten in Salzburg sinkt, geraten immer mehr Privatpersonen finanziell unter die Räder – das hat wohl aber auch einen gesetzlichen Hintergrund. Auffällig ist aber: In beiden Bereichen ist die Höhe der Schulden massiv gestiegen ...
Salzburgs Pleitenbilanz zeigt ein widersprüchliches Bild: Während weniger Unternehmen Insolvenz anmelden mussten, geraten immer mehr Privatpersonen finanziell unter Druck. In den ersten neun Monaten wurden 331 Schuldenregulierungsverfahren von Privatpersonen eröffnet. Das sind 17 Prozent mehr als im Vorjahr – und so viele wie seit 2018 nicht mehr.
Ein wesentlicher Grund für den Ansturm war das Auslaufen der Möglichkeit, sich innerhalb von drei Jahren zu entschulden. Viele Betroffene reichten ihren Antrag noch vor der Gesetzesänderung im Juli ein. Zugleich stiegen die angemeldeten Schulden um fast 52 Prozent auf 44 Millionen Euro. Im Schnitt steht jeder Schuldner mit rund 133.000 Euro in der Kreide.
Die hohen finanziellen Belastungen und das generell hohe Preisniveau spielt eine wesentliche Rolle bei Privatinsolvenzen. Diese Faktoren wirken laut KSV1870 negativ auf die Kaufkraft, erhöhen den Kostendruck vieler Privathaushalte und steigern das Risiko finanzieller Engpässe.
Deutlich mehr Beschäftigte betroffen
Bei den Unternehmen zeigt die Kurve dagegen nach unten. 279 Firmeninsolvenzen bedeuten einen Rückgang um 10,6 Prozent. Besonders häufig traf es Handel, Gastronomie und Beherbergung sowie die Bauwirtschaft. Entwarnung gibt es dennoch nicht: Die Zahl der betroffenen Beschäftigten stieg um 32 Prozent, die Verbindlichkeiten legten um knapp 50 Prozent auf 157 Millionen Euro zu. Der KSV1870 rechnet bis Jahresende mit rund 400 Privatkonkursen. Bei den Firmen dürfte Salzburg hingegen deutlich unter den 413 Fällen des Vorjahres bleiben.
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