Mo, 22. Oktober 2018

Londoner empört

01.12.2014 10:15

Polizisten auf Spielplatz sorgen für Twitter-Ärger

Dürfen Polizisten während der Dienstzeit herumblödeln? Diese Frage spaltet derzeit die Twitter-Gemeinschaft. Auslöser für die Debatte war das Foto eines Londoner Polizisten. Sergeant Pete Shaw postete ein Bild, das seine Kollegen während der Streife auf einem Kinderspielplatz zeigt. Dabei sitzen die Beamten auf Schaukelpferden und haben sichtlich Spaß.

Das Bild, welches die Beamten "zu Pferd" zeigt, entstand während einer Streife durch den Londoner Stadtteil Seven Sisters. Bei Sergeant Shaws Twitter-Followern fand der gutgemeinte Gag aber wenig Anklang. Viele meinten, das Foto sei nur ein weiterer Beweis dafür, dass die Polizei Zeit und Geld verschwende. Twitter-Userin Paddy Wagstaff schrieb etwa: "Als meine Nachbarin letztens die Polizei rief, dauerte es 2,5 Stunden bis jemand kam. Ich bin mir sicher, sie würde das nicht lustig finden."

Aufgrund der negativen Reaktionen entfernte Sergeant Shaw das Bild kurze Zeit später von seinem Account und schrieb: "Ich entschuldige mich, falls der vorherige Tweet unangebracht war." Bei den Kollegen auf dem Foto habe es sich um Beamten der Einheit "Safer Neighbourhood Teams" gehandelt, die bei Nacht dort regelmäßig auf Streife gingen.

Kollegen verteidigen Posting: "Sind auch nur Menschen"
Shaws Polizeikollegen verteidigten sein Posting. So schrieb einer: "Polizisten sind auch nur Menschen und natürlich lachen wir auch hin und wieder im Dienst." Die Präsenz der Beamten auf dem Spielplatz sei zudem ein wichtiges Mittel gegen Störungen der Nachbarschaft und asoziales Verhalten bei Nacht.

Auch von offizieller Seite wurde bereits auf das Foto reagiert. So bestätigte ein Sprecher der Polizeibehörde Scotland Yard gegenüber der britischen Zeitung "Metro", dass die Beamten wegen einer normalen Streife und nicht wegen eines Notruf vor Ort gewesen seien. Dass Polizeibeamte twittern, sei für die Behörde kein Problem, hieß es: "Wir halten das für eine gute Möglichkeit, mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten und diese zu informieren." Dienstrechtliche Konsequenzen werde es für die "berittenen" Polizisten daher keine geben.

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