Do, 15. November 2018

Nach Prügelattacke

29.11.2014 08:33

Geräte abgeschaltet: Tapfere Tugce A. ist tot

Tugce A., jene junge Frau, die für ihre Zivilcourage zusammengeschlagen wurde, ist tot. Die Eltern ließen am späten Freitagabend die Maschinen in der Klinik abstellen, die ihre Tochter noch am Leben hielten. Vor dem Spital in Offenbach hatten sich zahlreiche Menschen versammelt, um der 23-Jährigen zu gedenken.

Am Freitag hätte Tugce ihren 23. Geburtstag gefeiert. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen. Am frühen Morgen des 15. November wurde sie Opfer einer Prügelattacke, nachdem sie zwei Frauen helfen wollte, die vor einem Fast-Food-Restaurant in Offenbach von mehreren Männern bedrängt worden waren. Ein 18-Jähriger hatte Tugce niedergestreckt, dabei war sie mit dem Kopf auf dem Pflasterstein aufgeschlagen.

"Die Maschinen wurden abgeschaltet"
Nach zwei Wochen im Koma hatten die Mediziner die junge Frau für hirntot erklärt. Tugces Vater bestätigte am Samstag gegenüber dem Hessischen Rundfunk: "Die Maschinen wurden abgeschaltet." Auch ein Krankenhaussprecher teilte wenig später mit, dass die lebenserhaltenden Maßnahmen eingestellt worden seien.

Nach wie vor ist unklar, wie der Streit am 15. November derart eskalieren konnte. Ein Video, das den Ermittlern vorliegt, zeigt die Ereignisse auf dem Parkplatz. Der 18-Jährige habe den Schlag in einem ersten Verhör eingestanden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Seitdem schweigt er und sitzt in Untersuchungshaft. Gegen ihn wird wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt.

Tausende vor Krankenhaus
Vor dem Klinikum in Offenbach hatten sich am Freitagabend zahlreiche Menschen versammelt, die Kerzen anzündeten und Blumen niederlegten. Die Gedenkveranstaltung "Tugce zeigte Zivilcourage", vor dem Krankenhaus wurde über soziale Netzwerke organisiert, nachdem Tausende via Twitter und Facebook ihr Entsetzen über die Tat zum Ausdruck gebracht hatten.

In einem berührenden Video hatten Familie, Freunde, Bekannte und auch Menschen, die Tugce zwar nie selbst kennengelernt haben, aber von der Geschichte erschüttert sind, der jungen Frau vor einigen Tagen noch Mut und Kraft zugesprochen und Anteil an ihrem Schicksal genommen.

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