Einsatz in Mauretanien

Gnadenhof für gequälte Esel wird nun Wirklichkeit

Niederösterreich
12.09.2026 10:59

Seit 21 Jahren hilft der Verein „RespekTiere“ Arbeitstieren im afrikanischen Mauretanien. In der Hauptstadt Nouakchott entsteht nun ein Tierschutzzentrum mit Gnadenhof. Beim jüngsten Einsatz kauften die Aktivisten zusätzliches Land und schulten Helfer in der Hufpflege.

„Es war wieder ein grenzwertiger Einsatz, aber mit tollen Ergebnissen“, berichtet Tom Putzgruber nach seiner Rückkehr aus Mauretanien. Seit 21 Jahren engagiert sich der Obmann des Vereins „RespekTiere“ aus Kammern im Bezirk Krems (NÖ) für die Arbeitstiere an der afrikanischen Westküste.

Allein in der Hauptstadt Nouakchott leben Zehntausende Esel unter äußerst schwierigen Bedingungen. Bei großer Hitze müssen sie enorme Lasten ziehen. Viele Tiere werden geschlagen und völlig unzureichend ernährt. Häufig bleibt ihnen laut Putzgruber nur Karton als Nahrung. Während Esel normalerweise 40 Jahre und älter werden können, beträgt ihre Lebenserwartung unter diesen Bedingungen oft nur wenige Jahre.

Zentrum für Esel und Hunde entsteht
Seit 2007 betreibt „RespekTiere“ eine mobile Klinik. Vier vom Verein bezahlte Tierärzte und Helfer fahren zu den Arbeitsplätzen der Tiere und versorgen auf diese Weise monatlich rund 1000 Esel. Nun soll die Unterstützung erstmals auch einen festen Standort erhalten.

Auch verletzte Hunde wie dieser Vierbeiner mit amputiertem Bein sollen im neuen ...
Auch verletzte Hunde wie dieser Vierbeiner mit amputiertem Bein sollen im neuen Tierschutzzentrum versorgt werden.(Bild: Verein RespekTiere)

Am Rande von Nouakchott entsteht ein Tierschutzzentrum, in dem kranke Esel und Hunde behandelt und vorübergehend aufgenommen werden können. Das Grundstück wurde im vergangenen Jahr gekauft, vor rund einem halben Jahr begannen die Bauarbeiten. Ausgediente Tiere sollen dort zudem einen sicheren Platz für ihren Lebensabend erhalten.

Putzgruber beruft sich dabei auf eine alte islamische Tradition. Früher habe es in großen Städten Einrichtungen gegeben, in denen nicht mehr arbeitsfähige Tiere versorgt wurden. Mit dem neuen Zentrum wolle der Verein daran erinnern und möglichst auch Nachahmer gewinnen.

Zusätzliches Grundstück für eine Koppel
Beim jüngsten Einsatz konnte „RespekTiere“ ein angrenzendes Grundstück erwerben. Dort soll eine Koppel entstehen, auf der auch Begegnungen zwischen Menschen und Tieren möglich werden.

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Es war wieder ein sehr grenzwertiger Einsatz, aber mit tollen Ergebnissen.

Tom Putzgruber, Obmann des Vereins „RespekTiere“

Eine weitere Aufgabe war die Versorgung ausgesetzter Esel. Viele Tiere können aufgrund stark verwachsener Hufe kaum noch gehen. Nach Angaben des Vereins gab es vor Beginn seines Engagements in Mauretanien keinen Hufschmied.

Wissen an Helfer weitergegeben
Im Jahr 2013 organisierte „RespekTiere“ deshalb mit einer Hufschmiedin aus Salzburg erste Lehrgänge. Der beste damalige Teilnehmer wurde in das örtliche Team aufgenommen und kümmert sich bis heute um die Tiere.

Beim aktuellen Einsatz war Huforthopäde Heimo Scharinger aus dem Innviertel dabei. Er behandelte betroffene Esel und gab sein Fachwissen an die Helfer vor Ort weiter. Ein weiterer Lehrgang ist bereits für Anfang 2027 vorgesehen.

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