Für 1500 Tiere

Hühnerfarm mitten in Tiroler Naherholungsgebiet

Tirol
08.09.2026 19:00

Dort, wo sich Spaziergänger und Wanderer erholen, sollen künftig 1500 Legehennen gackern. Gremien der Gemeinde Telfs (Bezirk Innsbruck-Land) wollten das Projekt schon durchwinken. Nicht nur die Anrainer laufen dagegen Sturm. 

Ein Telfer Landwirt hat in den nebeneinander befindlichen Ortsteilen Lehen und St. Veit die Änderung des Flächenwidmungsplans zu „Sonderfläche für ein Stall- und Wirtschaftsgebäude“ beantragt. Der Grund: Er plant dort eine Hofstelle zur Haltung von rund 1500 Legehennen. Das stinkt nicht nur den unmittelbaren Anrainern, sondern auch zum Himmel. Hunderte Telfer laufen dagegen Sturm.

Wirt fürchtet um seine Existenz
Kein Wunder, handelt es sich um ein Projekt in einem sensiblen Naherholungsbereich nördlich oberhalb des Ortszentrums. Dutzende Wanderer und Spaziergänger nutzen hier täglich die Wege und Steige, um zur Ruhe zu kommen.

Auch ein äußerst beliebtes und weit über Telfs hinaus bekanntes Gasthaus – ein Schnitzelparadies – befindet sich dort. Wer würde dort noch im Gastgarten sitzen wollen, wenn sich der Gestank von Hühnermist ausbreitet, fürchtet der Wirt. Dennoch hat der Bauausschuss des Telfer Gemeinderats die Umwidmung für gutgeheißen.

1300 Unterschriften aus ganz Telfs gegen die Pläne
Immerhin hat der Gemeinderat im Juli die Umwidmung nicht durchgewunken. „Vor einer Entscheidung sollen nun Gutachten eingeholt werden“, sagt Gregor Klieber, einer von 15 Personen aus der Anrainerschaft, die eine Bürgerinitiative gegen das Vorhaben gegründet haben. „Wir haben inzwischen auch Unterschriften in ganz Telfs gesammelt. Rund 1300 Bürger aus allen Ortsteilen von Telfs – davon etwa 380 aus der nahen Umgebung – haben gegen das Projekt unterschrieben.“ Dies zeige, dass es sich bei der Ablehnung nicht um Einzelinteressen weniger Anrainer handle.

Zitat Icon

Bei der Ablehnung handelt es sich nicht um Einzelinteressen weniger Anrainer.

Gregor Klieber, Sprecher der Bürgerinitiative

Unerträgliche Geruchsimmissionen
Die Gegner befürchten unter anderem „unerträgliche Geruchsimmissionen“. „Hühnerkot, der in beträchtlichen Mengen anfallen wird, ist durch seinen stechenden Ammoniakgeruch geruchsintensiv. Dies führt zu massiven Geruchsbelästigungen, die das Wohnen und den Aufenthalt im Naherholungsgebiet Lehen/St. Veit erheblich beeinträchtigen“, heißt es etwa in einer Petition, die die Bürgerinitiative dem Bauausschuss übergeben hat. Auch eine Online-Petition wurde gestartet. Jetzt sind Gutachter am Zug.

Online-Petition
Wer die Petition unterschreiben will, kann dies unter folgendem Link tun: openpetition.org/huehnerfarmtelfs

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