Während sich eine erfolgreiche Sommersaison dem Ende zuneigt, laufen bei den steirischen Seilbahnen die Vorbereitungen für den Winter schon auf Hochtouren. Heuer wurde „nur“ eine neue Liftanlage errichtet, dafür fließen Millionen in Beschneiungs-Infrastruktur.
Ausgerechnet am wohl letzten Sommertag des Jahres ging gestern die jährliche Branchentagung der steirischen Seilbahnen über die Bühne. Wobei das heutzutage gar nicht so unpassend ist, sondern beispielhaft für eine Entwicklung im alpinen Tourismus steht: „Wir haben 20 steirische Sommerbergbahnen, die heuer alle ein riesiges Plus haben“, sagt Seilbahner-Obmann Daniel Berchthaller. Die Tendenz geht weg vom reinen Winterbetrieb, gerade in sehr heißen Sommern würden Gäste die doch noch annehmlicheren Temperaturen auf den Bergen schätzen.
Auf der anderen Seite stellt die Klimaveränderung Skigebiete bzw. Seilbahnbetreiber im Winter vor enorme Herausforderungen. „Beschneiungskompetenz ist das Nonplusultra“, sagt Berchthaller. Daher lag auch der Schwerpunkt der Investitionen der steirischen Seilbahnen heuer auf Kunstschnee. „Ohne Kunstschnee geht bei uns gar nichts mehr“76 Millionen Euro nahm man in die Hand. 18,5 Millionen flossen in die neue Achtersesselbahn am Kreischberg – übrigens heuer der einzige neu gebaute Lift in der Steiermark.

Beschneiung ist üerlebenswichtig für kleine Gebiete
Der Großteil des Geldes geht in die Beschneiungsinfrastruktur. Das ist gerade für kleinere, nicht so hoch gelegene Gebiete überlebenswichtig: „Ohne Kunstschnee geht bei uns gar nichts mehr“, sagt etwa Klaus Moitzi von den Obdacher Skiliften im Murtal. Ähnlich sieht es im Obdacher Skigebiet Rieseralm aus, das gerade für den Nachwuchs sehr wichtig ist. „Zu Weihnachten haben wir immer rund 450 Kinder hier, die bei uns Skifahren lernen“, sagt Patrick Stocker, der das Skigebiet mit seiner Familie unter großem persönlichem Einsatz betreibt.
Solche Skigebiete zu erhalten, ist der Branche ein zentrales Anliegen. „Sie sorgen für Nachwuchs und bringen Wertschöpfung in die Region“, sagt Daniel Berchthaller. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch ein Fördertopf des Landes, aus dem jährlich bis zu einer Million Euro fließen.
Dennoch schaffen es nicht mehr alle „Kleinen“ den Betrieb zu stemmen. Am Gaberl wird der Skibetrieb heuer, wie berichtet, eingestellt. Auf der Aflenzer Bürgeralm wird zwar der Sessellift abgebaut, mit den verbliebenen „Schleppern“ soll es aber im Winter weitergehen.
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