Die Fachhochschule Vorarlberg startet mit 715 neuen Studierenden ins akademische Jahr. Erstmals besuchen alle Erstsemestrigen eine gemeinsame Orientierungswoche. Neben Fachwissen stehen künftig vor allem digitale Kompetenzen und kritisches Denken auf dem Lehrplan.
715 Erstsemestrige haben diese Woche ihr Studium an der Fachhochschule Vorarlberg (FHV) aufgenommen. Sie haben sich in einem Auswahlverfahren gegen 1218 Bewerber durchgesetzt. Damit entfallen im Schnitt 1,7 Bewerbungen auf einen Studienplatz – eine Nachfrage, die sich auf dem gewohnt hohen Niveau des Vorjahres hält. Über drei Viertel der Neuzugänge stammen direkt aus Vorarlberg.
Ready, Study, Go!
Eine Neuerung erwartet die Studierenden bereits in den ersten Tagen: Erstmals absolvieren alle Anfänger eine gemeinsame Orientierungswoche unter dem Motto „Ready, Study, Go!“. Das Programm verbindet klassische Einführungen in Campus und Bibliothek mit sozialen Aktivitäten wie Stadtführungen oder Schnupperklettern. „Wir wollen von Beginn an Orientierung geben, Begegnungen ermöglichen und unsere neuen Studierenden ins Campusleben einbinden“, erklärte FHV-Geschäftsführer Stefan Fitz-Rankl.
Rekord bei technischen Studiengängen
Besonders groß ist der Andrang in diesem Jahr in den technischen Fächern. „Bei unseren technischen Bachelorstudiengängen verzeichnen wir einen historischen Höchststand an Bewerbungen“, berichtet Fitz-Rankl. Auch Angebote wie Soziale Arbeit, Pflege, Informatik sowie der Masterstudiengang International Management and Leadership sind stark gefragt. Zudem nutzen immer mehr Studierende duale Modelle, bei denen sie zwei Tage an der Hochschule lernen und drei bis vier Tage in einem Partnerbetrieb arbeiten.
Inhaltlich reagiert die Hochschule auf den rasanten technologischen Wandel. Künstliche Intelligenz wird fest in den Lehrplänen verankert. Es geht jedoch nicht mehr nur darum, Fachwissen auswendig zu lernen, sondern Werkzeuge wie KI kritisch zu hinterfragen und sinnvoll einzusetzen. „Statt der reinen Reproduktion von Wissen rücken Verständnis, kritische Einordnung und die Fähigkeit, KI reflektiert einzusetzen, in den Mittelpunkt“, erläutert FHV-Rektorin Regine Kadgien. Fähigkeiten wie kreatives Denken, digitale Kompetenz und Zusammenarbeit gewinnen an Bedeutung, da Maschinen Routineaufgaben zunehmend übernehmen.
Bestnoten im Hochschulranking
Dass dieser Ansatz greift, zeigt das aktuelle CHE-Hochschulranking, bei dem die FHV in Fächern wie Sozialer Arbeit oder Wirtschaftsingenieurwesen Bestnoten von bis zu 4,6 von 5 Sternen erhielt. Nahezu alle Befragten schließen ihr Studium in der vorgesehenen Zeit ab.
Ruf nach eigenem Doktoratsrecht
Neben der Lehre blickt die Hochschulleitung auf die Forschungspolitik. Gemeinsam mit der Landesregierung fordert die FHV ein eigenes Promotionsrecht für forschungsstarke Fachhochschulen in Österreich. Bislang dürfen Doktorate nur an Universitäten erworben werden. Aus Sicht von Fitz-Rankl wäre das eigene Promotionsrecht ein wichtiger Schritt für die internationale Wettbewerbsfähigkeit: „Mit eigenständigen Doktoratsprogrammen bleiben die besten Köpfe in Österreich und bauen hier ihre Karriere auf.“
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