Nächster Schritt

Notärzte: 11 Stützpunkte sollen geschlossen werden

Niederösterreich
07.09.2026 17:33

ÖVP und FPÖ wollen es schon lange. Nun bestätigten die Präsidenten von Rotem Kreuz und ASBÖ heute im Rahmen einer Debatte im Gesundheitsausschuss, dass die (umstrittene) Schließung von elf Notarztstützpunkten ab 1. April 2027 organisatorisch und medizinisch-technisch möglich sei. Wie berichtet, stemmen sich einige Bürgergruppen und Teile der SPÖ massiv gegen dieses Projekt.

Von Waidhofen an der Ybbs über Hainburg bis Raabs und Aspang-Markt: Elf der bisher 32 Notarzt-Stützpunkte in Niederösterreich sollen zugesperrt werden.  Das haben jedenfalls mehr als 50 Fachleute im Rahmen des Gesundheitsplans 2040+ empfohlen. „An den neuen Strukturen im Rettungswesen wird sein längerem mit Hochdruck gearbeitet. Der Einführung des neuen Systems steht nichts im Wege“, heißt es.

ASBÖ und Rotes Kreuz mit im Boot
Jetzt haben Hans Ebner, Präsidenten des Roten Kreuzes, und Samariterbund-Präsident Hannes Sauer heute in einer Aussprache des Gesundheitsausschuss klar bestätigt: Die Umstellung ist laut den beiden Rettungsorganisationen umsetzbar und die neuen Strukturen können spätestens mit 1. April 2027 bereitstehen. Speziell ausgebildetet Saintäter sollen dann die Aufgaben übernehmen. Wind auf die Mühlen der Landesräte Anton Kasser (ÖVP) und Martin Antauer (FPÖ) sowie der Klubchefs Kurt Hackl (ÖVP) und Reinhard Teufel (FPÖ).

Kasser: „Nicht wie seit Jahrzehnten gewohnt“
Landesrat Kasser meint: „Entscheidend ist nicht, welche Struktur wir seit Jahrzehnten gewohnt sind, sondern welche Versorgung den Patienten im Ernstfall am besten hilft. Unser Ziel ist klar: Das richtige Einsatzmittel soll so schnell wie möglich beim Patienten sein und ihn in jene Einrichtung bringen, in der er die richtige Behandlung erhält. Damit verbessern wir die Versorgung von Akutpatienten, erhöhen die Qualität im Notfall und setzen unsere vorhandenen Ressourcen zielgerichteter ein.“

Und für den Koalitionspartner FPÖ erklärt Martin Antauer: „Einfach alles so zu lassen, wie es immer war, ist daher keine Option. Wer auch in Zukunft eine erstklassige Gesundheitsversorgung garantieren will, muss heute die richtigen Entscheidungen treffen.“

SPÖ-Zonschits: „April 2027 unrealistisch“

Mehrere Bürgergruppen haben allerdings ihren weiteren Widerstand angekündigt. Und SPÖ-Klubobmann René Zonschits meint in einer ersten Reaktion: „Die Experten konnten heute im Gesundheitsausschuss viele offene Fragen klären. In den Ressorts von ÖVP und FPÖ bleibt aber vieles ungeklärt. Für uns ist deshalb klar: Eine Schließung am 1. April kann nicht kommen, weil derzeit gleichwertiger Ersatz fehlt.“ Eine Aussage, die wiederum Volkspartei und Freiheitliche anders sehen: „Der Zeitplan steht, die neuen Strukturen laut Gesundheitsplan können professionell umgesetzt werden!“

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