Bei einem Bergwaldprojekt des Alpenvereins im Obernbergtal arbeiteten sich Ehrenamtliche drei Tage lang durch eine jahrhundertealte Landschaft. Für Landwirte ist Arbeit zeitintensiv. Maschinen sind nur bedingt hilfreich.
Steile Hänge und vor allem viele Lärchenwiesen – so präsentierte sich ein Bergwaldprojekt des Österreichischen Alpenvereins im Obernbergtal für 15 Freiwillige für drei Tage nahe der italienischen Grenze auf rund 2000 Metern.
Mit Astscheren und Handsägen machten sich die Helfer auf, um Grünerlen zurückzuschneiden. Die unteren Äste der Bäume wurden entfernt und umgesägte Fichten von der Wiese gezogen. Die Flächen am Berg entstanden durch die Doppelnutzung zur Holz- und Heugewinnung und galten einst als Sparkassen der Bauern. „Wenn diese Flächen zuwachsen, verlieren wir auf drei Ebenen: Es gehen unterschiedliche Lebensräume, damit geschützte Arten und die Vielfalt der Landschaft verloren“, erklärt dazu Projektleiter Klaus Auffinger.
Die Arbeit am Berg war körperbetont, aber auch abwechslungsreich. Für abgeschnittene Äste wurden immer wieder kleine Menschenketten zum nächsten Haufen gebildet. Zwischen Sägen und Schleppen durften auch wohlverdiente Pausen nicht fehlen.
Bewirtschaftung am Berg wird immer schwieriger
Die meisten Höfe werden nur noch im Nebenerwerb geführt. Zeit und Arbeitskräfte werden knapp. Für die Landschaftspflege bleibt da nur noch wenig Zeit, wie Auffinger erklärt: „Zusätzlich war die regelmäßig notwendige Pflege lange mit einem rund eineinhalb Stunden dauernden Fußmarsch verbunden.“
Die Bauern wollen diese Flächen erhalten. Aber für die aufwendige Wiederherstellung braucht es viele Hände.
Projektleiter Klaus Auffinger
Über Jahrzehnte fokussierten sich Landwirte deshalb auf ertragreichere und zugänglichere Flächen. Mit Maschinen gibt es zwar große Unterstützung, im steilen und zugewachsenen Gelände helfen sie jedoch nur bedingt. Dort setzen deshalb die Freiwilligen an: „Die Bauern wollen diese Flächen erhalten. Aber für die aufwendige Wiederherstellung braucht es viele Hände“, so Auffinger. Am Bergwaldprojekt nehmen hauptsächlich Erwachsene teil. Es geht vor allem darum, einen aktiven Beitrag zur Sicherung des Lebensraumes zu leisten. Fachleute unterstützen die Ehrenamtlichen dabei.
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