Filmfestspiele

Sarandon und Wenders: Tag der Legenden in Venedig

Kino
06.09.2026 16:56

Größen des Films wie Susan Sarandon und Wim Wenders beehrten am Sonntag das Filmfestival in der Lagunenstadt. Auch ein österreichisches Drama feierte Weltpremiere.

Jungstars wie Robert Pattinson hatten in den vergangenen Tagen ihre Zeit im Scheinwerferlicht – am Sonntag war es in Venedig Zeit für große Namen, die sich seit Jahrzehnten in der harten Branche behaupten. Filmlegende Susan Sarandon präsentierte beim Festival ihr Drama „Echo Chamber“. Darin geht es um eine schmerzhafte Liebesgeschichte, in der sich ein Paar trotz aller Widrigkeiten nicht voneinander lösen kann. Es ist ein Autorenfilm, denn Hollywood hat Sarandon mehr oder weniger gecancelt.

Sie sprach in Venedig auch offen darüber, nach ihren kritischen Aussagen über Palästina „auf der schwarzen Liste“ zu stehen: „Mir werden weiterhin Filme weggenommen, weil den Leuten geraten wird, lieber nicht mit mir zu arbeiten.“ Am Lido war die Hollywoodgröße jedenfalls weiter willkommen. Ein anderer, der kürzlich mit Skandalen zu kämpfen hatte, ist der deutsche Regisseur Wim Wenders.

Wim Wenders mit Architekt Peter Zumthor
Wim Wenders mit Architekt Peter Zumthor(Bild: Alexander Tuma)

Er wurde in den letzten Monaten sowohl dafür kritisiert, dass er sich auf der Berlinale als Juryvorsitzender nicht politisch äußern wollte, als auch für den Streit um eine Nacktszene in seinem Film „Falsche Bewegung“ aus dem Jahr 1975. Erst nach Monaten konnte er sich entschließen, die Szene mit der damals erst 13-jährigen Nastassja Kinski zu löschen. In Venedig zeigte er seine Doku über den Architekten Peter Zumthor.

Auch Österreich war am Wochenende am Festival vertreten. Der in Tirol geborene Regisseur Manuel Wetscher zeigte den ruhigen Film „Eklipse“ in der Sektion „Orizzonti“: Die besten Freunde Chris und Tomy verbringen die Schulferien auf der Tiroler Alm. Tomys Mutter verschweigt ihm die AIDS-Erkrankung seines Vaters, die der Familie in dem kleinen Dorf immer mehr Ablehnung und Ausgrenzung einbringt. Besonders berührend, wenn man weiß, dass Wetscher seinen ersten Langfilm auf seinen eigenen Kindheitserfahrungen basieren ließ. „Eklipse“ reist nach Venedig zum Toronto-Filmfestival.

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