Regen vorhergesagt

Sprengmeister rüsten gegen Eisstöße

Tauwetter beendete den Kampf gegen das Schneechaos in Oberösterreich ! Nun herrscht akute Dachlawinengefahr, die meisten Helfer mussten von den Dächern. Mehr als 25.000 Florianijünger haben in den vergangenen sechs Tagen 280.000 Stunden gewerkt, jetzt rüsten sie gegen Eisstöße. Sprengmeister bereiten das Ausräumen blockierter Bäche vor.

Strahlender Sonnenschein und Tauwetter machten die Arbeit auf den Dächern im Salzkammergut zum „Drahtseilakt“. „Wenn es zu warm wird, müssen alle von den Dächern runter“, sagt Einsatzleiter Franz Hochdanninger. Aus Sicherheitsgründen war es unmöglich, Asylanten einzusetzen: „Da kann nur mit Seil gearbeitet werden“, so Hochdanninger.

Etwa 80 Prozent der 4500 gefährdeten Gebäude konnten im sechstägigen Großeinsatz von den Schneemassen befreit werden. Am Mittwoch wurde es noch einmal kritisch. Das Josefsheim in Bad Ischl musste dringend vom Schnee befreit werden, 120 Bewohner waren von der Evakuierung bedroht. Das Ischler Zentrum ist nach wie vor Sperrzone: „Ein normales Leben ist natürlich unmöglich. Von Dächern geschaufelte Schneemassen müssen jetzt weg von den Straßen“, so Harald Leimer von der örtlichen Feuerwehr. Einige Autofahrer ignorieren die Sperren, parken ihre Pkw unter Dächern mit überhängenden Schneewächten. „Mitdenken ist ein Fremdwort“, ärgern sich Helfer.

Keine Verschnaufpause
Eine Verschnaufpause ist nicht in Sicht. Das Tauwetter mit acht Grad plus lässt Dachlawinen abgehen und Schnee schmelzen  damit steigen die Pegel der Bäche, wo jetzt die Eisdecken brechen. Außerdem sind bis zu 20 Liter Regen pro Quadratmeter vorhergesagt.

Angst vor neuer Flut in Eferding, Wels, Urfahr
„Unsere Stützpunktleiter beobachten die Situation. Wenn irgendwo Eisstöße und Überflutungen drohen, sind Sprengbeauftragte bereit, die Hindernisse zu beseitigen“, erklärt Siegfried Hörschläger

vom Landesfeuerwehrkommando. Landesweit liegen 150.000 Sandsäcke bereit. „Gemeinden in den Bezirken Eferding, Urfahr-Umgebung und Wels-Land haben Säcke nachgefordert. Hier sind seit der Flut von 2002 alle sensibel. Besser die Barrieren nachher ungenützt wegräumen, als im Ernstfall nicht gerüstet zu sein“, unterstützt Hörschläger die Vorbereitungen.

 

 

Foto: Reinhard Hörmandinger

Samstag, 12. Juni 2021
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