„Krone“-Sommerserie

Zumindest im Flieger geht’s für MFG hoch hinaus

Oberösterreich
05.09.2026 10:00

Er selbst ist eigentlich die Partei: Im dritten Teil der politischen Sommerserie der „Krone“ sind wir zu Besuch bei Joachim Aigner. Er möchte kein Berufspolitiker sein, trotzdem sind seine Pläne groß – sehr groß!

Hinter den drei Buchstaben MFG verbirgt sich eine Partei, die bei der Wahl 2021 eine echte Sensation geschafft hat: Auf Anhieb – und natürlich mit viel Rückenwind und Zuspruch von Corona-Maßnahmengegnern – gelang der Sprung in den OÖ-Landtag. Der Innviertler Steuerberater Joachim Aigner ist Chef dieser Truppe, die viele für schrullig halten, die im Landtag aber trotzdem ihre Arbeit macht. Aus Sicht des Parteichefs sogar recht erfolgreich – siehe Interview.

Mit den Leuten ins Gespräch kommen
In diesem Sommer war Aigner viel unterwegs – bei Festln, am langen Wochenende rund um den 15. August mitten am Traunsee auf der Schwimminsel, davor in Rohrbach beim „Grill & Chill“. Auf diese Weise möchte die Partei mit den Leuten ins Gespräch kommen. Da jammern sich viele darüber aus, wie teuer alles ist und wie wenig man von den Eingriffen der Regierung bei der Mehrwertsteuer oder an den Zapfsäulen spürt. Aigner setzt auf ein Mittel, das schon FPÖ-Legende Jörg Haider gut beherrschte: Er verteilt Geld, konkret 10-Euro-Scheine, „damit es für die Leute wirklich eine Entlastung gibt“, wie Aigner der „Krone“ am Freitag beim Besuch in den Klubräumlichkeiten erzählt.

In Umfragen eher in der Spalte „Sonstige“
Der MFG-Bereich im hintersten Winkerl im Landhaus wirkt karg. Wenn Journalisten kommen, ist das Aufnahmegerät ebenso dabei wie ein Berater, der bekannt ist und der eine Vergangenheit bei anderen Parteien hat. Seinen Namen möchte er nicht lesen.

Was tut die MFG, um aufzufallen? 
Sie setzt sich vor allem große Ziele: Ein Landesrat und acht Mandate im Landtag sollen es nach der Wahl im Herbst 2027 werden. Derzeit grundelt man in Umfragen allerdings eher in der Spalte „sonstige Parteien“ herum.

Er läuft wie kein anderer für die Partei
Aigner merkt man es an, dass er entschlossen ist. Er läuft wie kein anderer für die Partei. Und er möchte anders sein. Er hat gegen die Erhöhung der Politikergehälter gewettert, mehr Geld bekommt er trotzdem, weil er überstimmt wurde. Er und seine Kollegen Dagmar Häusler und Manuel Krautgartner spenden monatlich 450 €. Mit dem Geld wird Obdachlosen Essen bezahlt, wie beim Teuerungs-Zehner wird auch das aus der eigenen Tasche finanziert. Hoch hinaus ist die Partei – zumindest in diesem Sommer – schon gekommen: MFG ließ einen Flieger mit einem Banner über das Land fliegen. Das fiel vielen auf – im Gegensatz zu politischen Inhalten. 

Das sagt Aigner im „Krone“-Interview

In Umfragen liegt die MFG bei einem Prozent. Wie wollen Sie 2027 in den Landtag kommen?
Es gibt viele unzufriedene Menschen und viele, die gar nicht mehr wählen gehen, weil sie sagen: „Es gibt nicht einmal mehr das geringste Übel.“ Für die wollen wir eine Alternative sein. Bei uns kann man mitreden und mitgestalten.

Sie haben einmal von der „aalglatten Politik“ gesprochen. Sind Sie jetzt nicht auch selbst Berufspolitiker?
Nein, glaube ich nicht. Ich habe meine Kanzlei mit zehn Mitarbeitern. Ein Berufspolitiker ist für mich jemand, der wirtschaftlich von der Politik abhängig ist. Für mich wird die nächste Legislaturperiode, wenn uns der Wiedereinzug gelingt, die letzte sein. Ich glaube, dass man nicht mehr als zwei Legislaturperioden Politik machen sollte. Sonst verliert man den Kontakt zu den Leuten.

Wo würden Sie im Landesbudget konkret sparen?
Ein gutes Beispiel ist der Gesundheitsbereich. Das Budget ist seit 2020 um 51 Prozent gewachsen, gleichzeitig gibt es weniger verfügbare Betten. Da frage ich mich: Wo fließt das Geld hin? Vieles geht in Verwaltung und Bürokratie unter und kommt nie beim Patienten an. Dort muss man ansetzen.

Was hat die MFG in fünf Jahren Landtag verändert?
Ich habe aufgedeckt, dass Pensionsrückstellungen in Milliardenhöhe in der Vermögensrechnung des Landes nicht ausgewiesen werden. Nach meiner Anzeige wurde der ehemalige Linzer Bürgermeister Klaus Luger angeklagt.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung