Ecstasy unter Aufsicht

Neuseeland lässt Partydroge MDMA als Medikament zu

Ausland
04.09.2026 11:37
Porträt von krone.at
Von krone.at

In Neuseeland hat die Arzneimittelbehörde Medsafe zur Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) eine Verschreibung der Substanz MDMA genehmigt. 

Die Partydroge Ecstasy als Medikament zur Behandlung von psychischen Problemen: Neuseeland ist nach Australien das zweite Land weltweit, das diesen medizinischen Einsatz erlaubt. 

„PTBS zerstört Leben und ist schwierig zu behandeln“, begründete Neuseelands stellvertretender Premierminister David Seymour die Entscheidung. MDMA, dessen chemische Bezeichnung 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin lautet, könne „sehr wirksam sein bei der Behandlung“. Seymour hatte auch die Zulassung von als „Magic Mushrooms“ bekannten halluzinogenen Pilzen zur Behandlung schwerer Depressionen unterstützt.

BELASTUNGSSTÖRUNG (PTBS)
PTBS ist eine psychische Störung, die manche Menschen nach traumatischen Erfahrungen oder Bedrohungen wie etwa in Kampfeinsätzen oder bei einem sexuellen Übergriff entwickeln. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte den medizinischen Einsatz von MDMA 2024 noch abgelehnt und dies damit begründet, dass es nicht genügend Belege für die Wirksamkeit und Sicherheit gebe.

„Einnahme unter Aufsicht“
Zu der MDMA-Therapie von PTBS erklärte das neuseeländische Gesundheitsministerium, der Einsatz der Substanz werde in Kombination mit einer Psychotherapie erfolgen und sei erst ab 18 Jahren möglich. Außerdem dürften die Patienten die Droge nicht mit nach Hause nehmen. Ihr Einsatz erfolge vielmehr „in einem kontrollierten klinischen Rahmen unter der Aufsicht befugter Psychiater“.

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