Selbstbestimmtes Leben

„Eine Chance verdient“: Liam sucht eine Lehrstelle

Oberösterreich
06.09.2026 17:00

Liam aus Offenhausen leidet seit seiner Geburt an Athetose, eine der schwersten Formen der infantilen Cerebralparese. Dennoch hat der 16-Jährige ganz normale Bedürfnisse und will auch ein selbstbestimmtes Leben führen. Nun sucht er verzweifelt eine Lehrstelle.   

„Man fragt sich immer nach dem Warum. Er war ohne ersichtlichen Grund ganz blau, und sie mussten ihn wiederbeleben – wir wussten nicht, ob er überlebt“, erinnert sich Kerstin Weingartner an die so dramatischen Momente vor 16 Jahren. Ihr Sohn Liam überlebte und kämpfte sich zurück ins Leben. Eine schwere Schädigung blieb aber dennoch.

„Geistig ist er voll da“
Die genaue Diagnose lautet Athetose, eine der schwersten Formen der infantilen Cerebralparese – wodurch bei Liam sämtliche Extremitäten und die ganze Muskulatur beeinträchtigt sind. „Er macht so typische wurmförmige Bewegungen. Das Hirn schickt Signale, aber sie kommen nicht an“, sagt Kerstin. „Geistig ist er aber voll da, hat auch ganz normale Interessen und Bedürfnisse!“ Und deshalb hat Liam auch einen ganz großen Wunsch: „Ich will ein selbstbestimmtes Leben“, betont der „Strahlemann“, der mit einem augengesteuerten Sprachcomputer kommunizieren kann. Und dazu gehört auch die finanzielle Unabhängigkeit.

Mit einem augengesteuerten Sprachcomputer kann Liam kommunizieren.
Mit einem augengesteuerten Sprachcomputer kann Liam kommunizieren.(Bild: Markus Wenzel)

„Barrieren sind bei vielen Leuten leider sehr groß“
Genauer gesagt hoffen der junge Offenhausener und seine Familie auf eine Lehrstelle, im Idealfall im Bereich Medien und Marketing (Bild- und Videobearbeitung). Aber er ist auch offen für eine Stelle als Büro-, Großhandel- oder Industriekaufmann. Die Suche verläuft aber mehr als schleppend. „Es ist sehr schwierig. Aufgrund seiner Behinderung sind die Barrieren bei vielen Leuten leider sehr groß – und die Stelle müsste auch im Raum Wels, Wels-Land oder Grieskirchen sein“, sagt Kerstin.

Liam mit Papa Gernot und Mama Kerstin.
Liam mit Papa Gernot und Mama Kerstin.(Bild: Markus Wenzel)

Über Tellerrand hinausblicken
„Wir hoffen aber auf eine richtige Ausbildung, das Köpfchen hat er ja! Er hat die Chance verdient, einer normalen Arbeit nachgehen zu können. Er soll zeigen können, was er kann.“ Um etwas die Angst zu nehmen sei betont, dass Liam auch in der Arbeit das Anrecht auf eine persönliche Assistenz hat. „Und es braucht einfach Personen, die über den Tellerrand hinausblicken, die ihm die Chance geben. Liam ist für jeden Betrieb eine große Bereicherung“, so Kerstin.

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