Raumsonde mit Hitze- und Meteoriten-Schutz aus Berndorf erreicht jetzt den Planeten, welcher der Sonne am nächsten ist. Acht Jahre dauerte die Reise dorthin. Verglüht ist hingegen dieser Tage ein anderes Stück niederösterreichischer Raumfahrtgeschichte in der Erdatmosphäre.
Acht Jahre nach dem Start war es am Donnerstag soweit: Die europäisch-japanische Raumsonde BepiColombo trat die finale Phase ihrer Reise zum Merkur an. Viele Millionen Kilometer von der Erde entfernt haben sich die beiden wissenschaftlichen Orbiter vom Transportmodul getrennt. Sie werden Ende des Jahres ihre Umlaufbahn um den Merkur erreichen und den sonnennächsten Planeten kartografieren, die chemische und geologische Zusammensetzung seiner Oberfläche sowie sein Magnetfeld untersuchen. Mit an Bord ist Technologie aus Niederösterreich.
Schutzschild gegen Temperatur-Schock
Vor den enormen Temperaturunterschieden von minus 200 bis plus 450 Grad Celsius schützt nämlich eine Spezialisolierung die Sonde. Hergestellt wurde der Hitzeschutz aus Keramikfasern im Werk von Beyond Gravity in Berndorf, Bezirk Baden. Gleichzeitig wehrt dieser Schutzschild auch Einschläge von Mikrometeoriten ab.
20 Jahre um die Erde gekreist
Während dieses bisher technisch anspruchsvollste Weltraum-Abenteuer von Beyond Gravity also jetzt erst so richtig beginnt, ist dieser Tage das erste Satelliten-Projekt des Unternehmens zu Ende gegangen. Die letzten beiden Trabanten der sogenannten Cluster-Mission, die mehr als 20 Jahre lang die Magnetosphäre der Erde untersucht hat, hatten längst ausgedient, wurden gezielt zum Absturz gebracht – und sind in der Erdatmosphäre verglüht.
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