Auf sein 20-jähriges Bestehen blickt das Freizeitticket Tirol zurück. Initiator Thomas Schroll gibt aus diesem Anlass einen Einblick in die Entwicklung, während eine Studie der Uni Innsbruck spannende Fakten liefert.
Was klein angefangen hat und zu Beginn noch eine recht überschaubare Anzahl an Abnehmern gefunden hat, wuchs über die folgenden zwei Jahrzehnte zur größten Verbundkarte in ganz Österreich. Gemeint ist damit das Freizeitticket Tirol, das im Jahr 2006 unter dem Namen Freizeitticket Innsbruck ins Leben gerufen wurde.
„Damals war die Wintersaisonkarte auf die drei Skigebiete Patscherkofel, Mutterer Alm und Nordkette beschränkt“, blickt Initiator und Vorsitzender Thomas Schroll zum 20-Jahr-Jubiläum zurück. Im Gründungsjahr wurden rund 2900 Tickets verkauft.
Das Freizeitticket Tirol ist ein Erfolg, wie er seinesgleichen sucht. Zu verdanken ist das dem Vertrauen und der Bereitschaft der Partner.
Vorsitzender Thomas Schroll
„Wir sind nicht mit dem Anspruch gestartet, möglichst schnell möglichst groß zu werden, sondern wir wollten von Anfang an den Menschen ein attraktives und leistbares Freizeitangebot machen.“ Schon ein Jahr nach der „Geburt“ des Freizeittickets erfolgte hinsichtlich der teilnehmenden Partner ein Ausbau, der sukzessive erweitert wurde.
Verkaufszahl von 2900 auf stolze 71.600 gesteigert
Heute umfasst das Freizeitticket, das sowohl im Winter als auch im Sommer gilt, 32 Bergbahnen und Kleinlifte, 13 Eislaufplätze, 14 Freibäder und Badeseen, vier Hallenbäder, zwölf Kulturpartner sowie 51 Bonuspartner. Und die Zahl der verkauften Tickets ist auf 71.600 gestiegen. Die Beliebtheit der Verbundkarte spiegelt sich auch in einer Studie der Universität Innsbruck wider (siehe dazu den Bericht weiter unten). „Dass sich über 20 Jahre ein so starkes Netzwerk entwickelt hat, ist vor allem dem Vertrauen unserer Partner zu verdanken“, freut sich Schroll.
Verbundkarten bieten Familien und regelmäßigen Nutzern einen attraktiven Zugang und sind ein Beitrag zur Leistbarkeit des Skisports.
Reinhard Klier, Sprecher Tiroler Seilbahnen
„Trägt auch zur Akzeptanz des Tourismus bei“
Reinhard Klier, Sprecher der Tiroler Seilbahnen, bezeichnet das Freizeitticket als ein Leuchtturmprojekt, das „einerseits dazu beiträgt, dass die Akzeptanz des Tourismus in der Bevölkerung gesteigert wird. Andererseits bietet es aufgrund der sehr flachen Verrechnungsstruktur vor allem kleineren Skigebieten Planungssicherheit“. Er verweist auch auf die jeden Herbst aufflammende Diskussion über die Preise im Wintersport, die häufig von einzelnen Tagestarifen geprägt sei. „Für die Einheimischen und Vielfahrer sind aber vor allem regionale Verbundkarten, Jahreskarten und Kooperationen von Relevanz“, weiß Klier.
Rosen zum Jubiläum streut ebenfalls Innsbrucks Bürgermeister Johannes Anzengruber: „Das Freizeitticket ist eine phänomenale Erfolgsgeschichte, die immer weiterentwickelt wurde und ein wichtiger Teil der Lebensqualität in Innsbruck und der gesamten Region ist.“ Die vielfältigen Angebote motivieren die Bevölkerung dazu, hinauszugehen und mehr Bewegung zu machen. „Dadurch sind die Innsbrucker glücklicher und zufriedener. Das braucht jede Stadt“, sagt Anzengruber.
Nicht nur die Verkaufszahlen (siehe den Bericht oben) sind ein Beweis für die Beliebtheit des Freizeittickets Tirol, sondern auch eine Umfrage, die Martin Schnitzer, Leiter des Instituts für Sportwissenschaft an der Universität Innsbruck, durchgeführt hat. Von Mai bis Juli wurden online 5301 Personen befragt. 82,4 Prozent der Teilnehmer haben das Ticket bereits zuvor gekauft, zählen also zu den Stammkunden. Dass sie es in der nächsten Saison erneut kaufen, ist für 67,3 Prozent fix. Exakt 62 Prozent der Befragten nutzen die Verbundkarte mindestens wöchentlich.
Maximalpreis abgefragt
Weiter zeigt die Studie, dass 77,5 bzw. 71,4 Prozent die Bergbahnen im Sommer bzw. im Winter ohne dieses Ticket seltener oder nicht nutzen würden. Auch interessant: 71,3 Prozent der Befragten besuchen Anbieter, die sie ohne die Karte nicht besucht hätten.
Befragt nach den Kaufmotiven stehen auf den Plätzen eins bis drei der wichtigsten Gründe die „Gültigkeit im Sommer und Winter“, der „erleichterte Zugang zu Sport“ sowie das „breite Angebot“. „Die Ergebnisse zeigen eine intensive Nutzung“, resümiert Schnitzer. Apropos Kauf: Gefragt wurde auch, wie viel das Ticket maximal Kosten darf. Die Schmerzgrenze liegt bei 800 €.
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