Justiz beschäftigt

Vergleich für Simone, Sozialstunden für Leo Lugner

Die Lugner City klagte von Baumeister-Witwe Simone Lugner rund 14.000 Euro Reparaturkosten ein, nachdem sie mit Richards Dienstwagen einen Crash gebaut hatte – doch unfallkausal waren laut der 44-Jährigen weit weniger. Was sich in der mehrtägigen Verhandlung bewahrheitete. Indes kam auch Leo Lugner mit dem Gesetz in Konflikt.

Der erste Akt im Prozessreigen um Simone Lugner wurde am Dienstag geschlossen. Mit dem Ergebnis, dass man sich viele Verhandlungstage, Zeugen und Akten hätte sparen können.

Von Beginn an: Wenige Tage nach dem Tod von Baumeister Richard Lugner baute Witwe Simone in Favoriten einen Crash mit dessen Dienst-BMW. „Sie hat ein Wendemanöver nach links über die doppelte Sperrlinie gemacht, geblinkt hat sie nicht“, erinnerte sich der Unfallgegner, ein Koch, als Zeuge im Arbeits- und Sozialgericht an den 20. August 2024.

Ein Gutachten stützte die Version der Beklagten
Die Werkstattkosten klagte die Lugner City von der 44-Jährigen ein – 14.000 Euro wollte man, 4500 Euro bot die Witwe an. Denn, so Lugner im Vorfeld, es seien bei der Reparatur in der Werkstatt auch Schäden beseitigt worden, die nicht in Zusammenhang mit dem Unfall standen. Die Kläger akzeptierten dies nicht, weshalb man vor Gericht streiten musste.

Der BMW war nicht Vollkasko versichert.
Der BMW war nicht Vollkasko versichert.(Bild: Andreas Tischler)

Dort stellte auch ein Gutachter fest, dass nur 5645 Euro der Reparaturkosten für den nicht Vollkasko versicherten Dienst-BMW von Richard Lugner unfallkausal waren. Weshalb die Causa jetzt mit einem Vergleich endete: 5000 Euro muss Simone Lugner zahlen, das sind gerade einmal 500 Euro mehr, als sie ursprünglich angeboten hatte. Anwalt Florian Höllwarth ist über den Erfolg erfreut, gleichzeitig kritisiert er: „Wäre man zu Beginn auf unser Angebot eingegangen, hätte man viele Ressourcen gespart.“

Simone Lugner und ihr Anwalt Florian Höllwarth
Simone Lugner und ihr Anwalt Florian Höllwarth(Bild: Anja Richter)

Gemeinnützige Arbeit statt Prozess für Leo Lugner
Das Verlassenschaftsverfahren und der Streit um das Wohnrecht in der Villa laufen – Fortsetzung am 11. September im Justizpalast. Dort tritt Jacqueline Lugner als Gegnerin auf, deren Mann wiederum im Visier der Justiz stand. Am Dienstag wurde via „Standard“ bekannt, dass gegen FPÖ-Gemeinderat Leo Lugner wegen NS-Wiederbetätigung ermittelt wurde. Es ging dabei um einschlägige Chatnachrichten. Die Vorwürfe liegen einige Jahre zurück, die Ermittlungen zogen sich – auch aufgrund von Berichtspflichten an das Justizministerium – in die Länge.

Gegen Leo Lugner, hier im Bild mit seiner Frau Jacqueline Lugner, wird wegen Wiederbetätigung ...
Gegen Leo Lugner, hier im Bild mit seiner Frau Jacqueline Lugner, wird wegen Wiederbetätigung ermittelt.(Bild: APA-Images / Starpix)

Das Ministerium bewilligte schließlich den Vorschlag der StA Wien, dem Politiker ein Diversionsangebot zu unterbreiten. Weil er Verantwortung für die Tat übernahmt, kommt der blaue Rathaus-Mandatar ohne Geschworenenprozess davon. Dafür muss er 160 Sozialstunden leisten.  

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