Das Moderatoren- und DJ-Duo 2:tages:bart aka Pascal Kitzmüller und Karl Löwenherz führt ab morgen auf ServusTV (immer donnerstags, 20.15 Uhr) durch das neue Doku-Format „Herzensmarken“, in denen hinter die Kulissen bekannter Firmen wie Kelly‘s Chips, Niemetz Schwedenbomben oder Westbahn geblickt wird. Die beiden Präsentatoren geben uns im „Krone“-Talk vorab tiefere Einblicke.
„Krone“: Was steckt hinter der neuen Sendung „Herzensmarken“ und was ist das Ziel dieser neuen Reihe? Worum geht es der Sendung und worum geht es euch?
Karl & Pascal: Wir wollen beliebte Marken und Produkte der Österreicher vor den Vorhang holen und uns ansehen, wie diese produziert werden und was im Hintergrund alles passiert. Neben den spannenden Infos soll es uns und den Zusehern natürlich auch Spaß machen Österreichs Herzensmarken zu entdecken.
Österreich hat immens viele Traditionsmarken. Sind die in der Öffentlichkeit zu wenig sichtbar bzw. brauchen sie viel mehr Rampenlicht als sie prinzipiell zur Verfügung haben?
Auf jeden Fall, wir sind jetzt allein bei der Recherche auf so viele Unternehmen gestoßen, die einfach Tag für Tag unser aller Leben schöner machen. Und die wollen wir vor den Vorhang holen. Es gibt so viele fleißige Unternehmerinnen und Mitarbeiterinnen, das wollen wir zeigen.
Es geht auch darum, hinter die Kulissen der Marken zu blicken. Werden da von euch auch kritische Fragen gestellt bzw. Unklarheiten genauer beleuchtet? Was ist euer persönliches Ziel, wenn ihr hinter die Kulissen einer Marke blickt?
Wir möchten die Essenz der Marken herausfinden. Die Ideen und Geschichten dahinter. Was macht Schwedenbomben so lecker? Und wie wurden die eigentlich damals erfunden? Was macht Vossen-Bademäntel so flauschig? Und wie kann man das in der großen Masse herstellen? Wir sind in Firmen unterwegs die teilweise auf eine 100-jährige bewegte Geschichte zurückblicken und klar, wir wollen auch wissen was passiert, wenn etwas nicht funktioniert oder was auch schiefgelaufen ist. Wir nehmen uns jedenfalls kein Blatt vor den Mund.
Gab es ein paar überraschende bzw. unerwartete Momente während der Recherchen und Besuche? Und was habt ihr persönlich denn alles daraus mitgenommen?
Jedes Mal kommen wir nach unseren Dreharbeiten mit komplett neuen Einblicken wieder raus. Wir haben zum Beispiel gelernt, wie man richtig viel guten Käse macht und dabei auch Kühe melken dürfen, wie schnell aus einer Kartoffel ein fertiger Chip wird oder was mit den Westbahnzügen tief in der Nacht bei der Wartung passiert. Es ist in jeder Folge mindestens ein Moment dabei, den wir nicht erwartet hätten.
Es geht dabei nicht nur um Lebensmittel, sondern auch um die Westbahn oder die Montana Haustropfen. Wie unterschiedlich sind für euch die Zugänge zu den unterschiedlichen Firmen und Themen? Wie sieht bei euch die Vorbereitung aus?
Das lieben wir so an diesem Konzept: Wir treffen auf so viele unterschiedliche Marken und Unternehmertypen, die dann die ganze Philosophie im Unternehmen prägen. Bei Montana Haustropfen zum Beispiel ist Dr. Fischer mit 92 Jahren jeden Tag in der seiner Firma unterwegs. Einfach unglaublich. Wir bereiten uns immer auf alles Bekannte vor, aber erfahren dann vor Ort immer noch so viel Neues und Unvorbereitetes. Und das sind dann die wirklich magischen Momente in der Sendung.
Ihr seid ja selbst unternehmerisch aktiv. Nimmt man von diesen Erfahrungen aus den Firmen was mit oder auch vice versa – hat man Tipps für die anderen?
Auf jeden Fall nehmen wir unsere eigenen Erfahrungen in die Drehs mit und wir haben auch ein hohes persönliches Interesse an den Abläufen und Lösungen in den Unternehmen. Mit Tipps halten wir uns da eher zurück, wir hören lieber zu und lernen. Und dürfen auch vereinzelt mal selbst Hand anlegen, da sieht man dann ohnehin, dass wir lieber bei unseren Projekten bleiben sollten. (lacht)
Gab es besonders beeindruckende, überraschende oder vielleicht auch erschreckende Momente im Zuge der Dreharbeiten?
Wirklich jedes Mal stehen wir am Ende da und sind überrascht. Ob es der innovative Zugang des Gründers ist, die außergewöhnliche Unternehmenskultur, richtig spannende Maschinen im Produktionsprozess oder ein komplett neuer Blick auf die Produkte.
Nach welchen Kriterien werden die Marken gewählt und in welchem Zeitraum habt ihr die Episoden gedreht?
Es soll ein Produkt oder eine Marke sein, zu der viele Österreicherinnen eine emotionale Beziehung haben. Eben mehr als einfach nur eine Marke, eine Herzensmarke.
Zum Auftakt bei den „Kelly’s Chips“ müsst ihr gleich einmal eure Bärte abrasieren – was für „2:tages:bart“ natürlich ganz besonders hart ist. Wo würdet ihr eine Linie ziehen? Welche Grenze würdet ihr nicht übertreten?
Das machen wir bestimmt nie wieder! (lacht) Über alles andere können wir reden. Wir lieben Abenteuer und Herausforderungen und sagen daher oft mal zu schnell JA. (lacht)
Welche Parallelen haben die „Herzensmarken“ zu eurer alten Reihe „Lasst’s ma’s schee griaßn!“ und wo sind die größten Unterschiede sichtbar?
Es geht uns immer darum, authentische Gespräche und Erlebnisse zu haben. Genau das vereint die beiden Sendungen. Wir kommen vielleicht als „Fremde“ aber gehen dann immer als Freunde der Belegschaft und unserer Drehpartner und wir hoffen, das spürt man auch bei den Folgen. Das beinhaltet auch unser aufrichtiges Interesse an unseren Gesprächspartner und dem was wir über die Firmen erfahren dürfen.
Welches der bald ausgesendeten Unternehmen war euer absoluter Favorit und warum?
Jede Folge war für uns besonders und ein Highlight.
Wie steht es um einheimische Marken im Direktvergleich zu internationalen? Sind wir hierzulande manchmal zu zaghaft oder bürokratisch und sollten manche Dinge viel friktionsfreier und leichter umsetzen können?
Österreichische Marken und Unternehmen stehen noch viel besser da, als man oft den Eindruck hat. Da sind tolle Unternehmer und super Teams dahinter, die wirklich etwas bewegen wollen - und das haben wir in allen Unternehmen, in denen wir waren, gespürt. Also wir brauchen uns da nicht verstecken und unsere Sendung soll auch einen Beitrag dazu leisten. Klar, jeder Unternehmer boxt sich seinen Weg durch viele bürokratische Hürden und wir sind uns alle einig, dass es besser wäre, wenn wir uns auf die Kernaufgaben konzentrieren können, aber wir haben wirklich nirgends auch nur ein Wort des Suderns gehört.
Was ist eure persönliche jeweilige österreichische Herzensmarke und warum? Einerseits wegen des Produkts und andererseits, weil ihr ja jetzt schon Erfahrung habt mit vielen Firmen, aufgrund des Herstellungsprozesses?
ServusTV, weil wir mit dem tollen Team unseren Traum einer eigenen Sendung umsetzen konnten. Ansonsten trotzdem noch immer alles was unsere Mamas so an Marmeladen und Co. machen. (lacht)
Wie bringt man den Menschen vor den Bildschirmen all diese Prozesse am besten näher? Worauf muss man dahingehend besonders viel Wert legen?
Alles, was komplexer ist, zeigen wir gerne in Grafiken, den Rest versuchen wir möglichst gut in Bild und Ton festzuhalten. Wir gehen da selbst als zwei Lehrbuben rein und haben immer höchst kompetente Gesprächspartner, die uns die Prozesse anschaulich erklären oder auch manuell nachmachen lassen.
Wollt ihr damit auch das Entrepreneurship und die Selbstständigenquote im Land steigern? Sind Firmengründungen und das Etablieren von eigenen „Herzensmarken“ noch immer viel zu weit unter Wert geschlagen?
Auf jeden Fall, jeder und jede in diesem Land hat das Zeug eine eigene Herzensmarke zu kreieren und wir glauben auch, dass es durch den technischen Fortschritt auch immer mehr Unternehmerinnen geben wird können. Und über die berichten wir gerne.
Auf wie viele Folgen ist diese Reihe konzipiert? Worauf dürfen wir uns jetzt noch freuen und welche persönlichen Unternehmen würdet ihr noch gerne beäugen?
Da nehmen wir uns Sepp Forcher als Vorbild, den wir bei „Lasst’s ma’s schee griaßn“ Gott sei Dank noch persönlich kennenlernen durften. Also bei 200 Folgen würden wir dann vielleicht ans Aufhören denken. (lacht) Spannende Herzensmarken gibts in Österreich jedenfalls genug.
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