Das kommt 2026/27

Planetenparty spielt Karten und geht Skifahren

Steiermark
01.09.2026 16:00

Das Planentenparty Prinzip zeigt in der kommenden Saison drei neue Eigenproduktionen. Neben einem interaktiven Kartenspiel-Abend über den Verfall von Online-Plattformen steht eine Erkundung der österreichischen Identität anhand eines albanischen Ski-Resorts an – und eine komplett gestohlene Produktion. 

Nichts Geringeres als der „beste Spieleabend aller Zeiten“ soll die erste Uraufführung der Saison werden: „Das Enshittification Game“ hat am 17. September Premiere im Theaterhaus. „Es ist ein interaktives Kartenspiel, für das wir ein Casino-Setting bauen“, sagt Regisseur Alexander Benke. „Wir wollen damit Suchtmechanismen spürbar machen, wie man da reinkippt und nicht mehr herauskommt.“

Die Inhalte werden immer extremer, mit persönlichen Daten erkauft man sich Vorteile im Spiel – eine Kritik an den großen, digitalen Plattformen. Das Kartenspiel wurde für das Stück eigens entwickelt. Das ist Neuland, selbst für das Kollektiv, das seit elf Jahren die Grazer Theaterszene aufmischt. David Valentek, Magdalena Hanetseder und Marita Landgrebe geben die Croupiers. 

Après-Ski am Balkan
Schon am 2. Oktober folgt die nächste Premiere im Rahmenprogramm des steirischen herbst: In „The Balkan Peak Resort“ erkundet Regisseurin Miriam Schmid das Verhältnis zwischen Österreich und Osteuropa anhand eines Ski-Resorts in Albanien. „Das Publikum trifft dort eine österreichische Schauspielerin, die auf Saison arbeitet, und eine albanische Autorin.“ In dem Resort kann man urlauben wie in Tirol, nur zum halben Preis. „Wir wollen ernsthafte Themen auf lust- und humorvolle Art verhandeln. Man soll sich selbst ertappen“, sagt Schmid, die für das Stück mit zwei albanischen Künstlerinnen, Daniela Gjopalaj und Diana Malaj, zusammenarbeitet. Das Stück ist im ARTist‘s zu sehen, im April folgt ein Gastspiel im Theater am Werk in Wien.

Im Mai 2027 steht „Das Original“ am Spielplan. Wo liegt die Grenze zwischen Inspiration und Diebstahl? Victoria Fux führt in dem Stück über geistiges Eigentum Regie, David Valentek und Nora Winkler stehen auf der Bühne. 

Erfolgsproduktion wird wiederaufgenommen
Insgesamt blickt das Kollektiv auf eine erfolgreiche vergangene Spielzeit zurück. „Biedermann und die Brandstifter“, eine Koproduktion mit dem Theater am Lend, ist für den Grazer Theaterpreis Rüssel nominiert und wird wiederaufgenommen. Durch eine Drei-Jahres-Förderung ist das Planetenparty Prinzip finanziell – zumindest auf Zeit – abgesichert. „Aber jeder von uns ist auch von Projektförderungen abhängig“, sagt Moritz Ostanek. „Die permanente Unsicherheit durch die angekündigte Abschaffung der Landesabgabe war extrem zehrend.“

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