Was dahinter steckt

Ritter Sport überklebt Aufschrift auf Verpackung

Wirtschaft
01.09.2026 16:41
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ritter Sport klebt seit mehreren Monaten Sticker auf bestimmte Schokoladen-Verpackungen. Dahinter verschwindet eine Aufschrift, mit der der Schokoladen-Hersteller nicht mehr werben darf. Grund für die Klebe-Aktion ist eine EU-Richtlinie.

Die Sticker landen nur auf schon bestehenden Schokoladentafeln. Auf diesen muss Ritter Sport eine Aufschrift verdecken, mit der der deutsche Schokoladen-Hersteller jahrelang geworben hat. „100 % zertifiziert nachhaltiger Kakaobezug“, lautet das überklebte Versprechen, wie eine Sprecherin erklärte.

Grund für das Überkleben ist die sogenannte EmpCo-Richtlinie der EU (Empowering Consumers for the Green Transition). Diese tritt den Angaben zufolge Ende September in Kraft und soll „Greenwashing“ unterbinden. Vage Begriffe wie „umweltfreundlich“ oder eben „nachhaltig“ sind künftig nur noch erlaubt, wenn sie auf der Verpackung detailliert belegt werden. Zunächst hatten mehrere Medien über das Thema berichtet.

Umstellung geht nicht „innerhalb von ein paar Monaten“
Die Sprecherin konnte keine Angaben machen, wie viele Packungen überklebt werden müssen. „Der Packungsrelaunch mit der neuen Folie ist in vollem Gange, lässt sich aber nicht innerhalb von ein paar Monaten umsetzen.“ Die neuen Primärfolien werden demnach künftig auf der Frontseite die Auslobung „ohne Zusatz von Aromen“ und auf der Rückseite den Hinweis auf den nach wie vor 100 Prozent zertifizierten Kakaobezug mit entsprechenden Hinweisen tragen. „Wie mehrfach kommuniziert, war es uns wichtig, keine Folien zu vernichten.“

Das Familienunternehmen sagte zu der neuen EU-Regelung weiter, man befürworte grundsätzlich Maßnahmen, die der Transparenz dienten und bei den Verbrauchern Klarheit schafften, durch substantiierte und spezifische Aussagen mit Nachweisbarkeit. „Allerdings stellt die verbleibende Rechtsunsicherheit in der Umsetzung bzw. Auslegung in verschiedenen europäischen Ländern eine Herausforderung dar.“

Unternehmen strauchelt
Ritter Sport hatte Ende April mitgeteilt, dass nach einem Verlust im vergangenen Jahr etwas mehr als jede zehnte Stelle wegfallen soll. Das sei der erste Stellenabbau in der mehr als 110-jährigen Unternehmensgeschichte. Als Gründe nannte der Sprecher stark gestiegene Rohstoffpreise, vor allem bei Kakao. Aber auch die Preise für Energie und Verpackungen hätten das Geschäft zuletzt belastet. Zudem sei eine deutliche Kaufzurückhaltung zu spüren.

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