Eine sinnliche, aber gar nicht gruselige Reise ins Innere des Grazer Schloßbergs machen das Planetenparty Prinzip und Follow the Rabbit aktuell mit „Geisterbahn“. Weitere Termine bis 26. Jänner.
Es ist verlockend: Die Grazer Märchenbahn im Schloßbergstollen, die eigentlich wenig Gruseliges zu bieten hat, zur Geisterbahn umzufunktionieren. Statt mit Horror-Fratzen und Schreck-Momenten spielen die Grazer Theatermacher von Planetenparty Prinzip und Follow the Rabbit aber mit den Sinnen des Publikums.
Angst schürt Lokführer Martin Brachvogel eigentlich nur durch seine Trigger-Warnung zu Beginn: Wer sich vor Dunkelheit fürchte oder klaustrophobisch sei, habe noch sechzig Sekunden, um abzusteigen. Aber alle bleiben sitzen in den kleinen, unbequemen Waggons, und die Bahn tuckert los in die absolute Dunkelheit.
Schweben in der Dunkelheit
Des Sehsinns beraubt, schwebt man durch den Stollen. Waren es zehn Minuten oder zwanzig? Umso größer ist die Aufregung, als am Horizont plötzlich rote Augen auftauchen und immer näher kommen. Sie schweben am Publikum vorbei, aber der Spuk ist gleich vorüber, als die Lampen angehen und das Ensemble (David Valentek, Moritz Ostanek, Alexander Benke, Martin Brachvogel und Yvonne Klamant) im Hotelpagen-Kostüm erscheint.
Die Schauspieler erzählen Anekdoten, tauchen als bewegliche Schaubilder in den Nischen der Stollen auf, lassen Lichtpunkte über die Wände tanzen: Es sind magische Momente, die durch einen Cocktail an Gerüchen nur noch spannender werden. Inhaltlich bleibt die Fahrt bei Andeutungen, aber Einsteigen lohnt sich.
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