Nadja Swarosvki

„Wir verknüpfen die Handwerkskunst mit Design“

Tirol
01.09.2026 07:00
Porträt von Tiroler Krone
Von Tiroler Krone

Im Alpin Resort Sacher in Seefeld präsentierte Nadja Swarovski die exklusive „Salzburg Capsule Collection“ ihres neuen Modelabels „Really Wild“. Mit der „Krone“ sprach sie dabei über neueste Trends, Chancengleichheit und Transparenz.

Krone“: Was hat Sie, nachdem Sie ja für Swarovski internationale Kooperationen mit bekannten Modedesignern wie Jean Paul Gaultier, Alexander McQueen und Karl Lagerfeld geschlossen haben, inspiriert, ein eigenes Modelabel auf die Beine zu stellen?
Nadja Swarovski: Es war immer mein Traum, ein relevantes Produkt zu kreieren. Und das Modelabel „Really Wild“ hält die schottische Kunst der Tweed-Verarbeitung hoch und widerspiegelt die Nachhaltigkeit. Sie ist eine Verbindung aus kunsthandwerklicher Fertigung, innovativer Schneiderkunst und einer zeitgenössischen, anspruchsvollen Designsprache. Denn in einer digitalisierten Welt ist es ein Bedürfnis, wieder auf die Handwerkskunst zurückzukommen.

Nadja Swarovski führt Designs aus der neuen Kollektion vor.
Nadja Swarovski führt Designs aus der neuen Kollektion vor.(Bild: Recka Hammann)

Wie kamen Sie auf die Idee, eine Salzburg Capsule Collection anzubieten?
Ich sehe Salzburg als Riesenjuwel für Österreich. Diese kleine, niedliche, wunderschöne Stadt hat so viel Talent und Kultur. Die Salzburger Festspiele sind hervorragend. Und so haben wir uns überlegt: Wie schaut die Frau aus, die zu diesen Festspielen geht? Deshalb haben wir diese „Capsule Collection“, die sich Maria nennt, kreiert.

Was bedeutet „Slow Luxury“ für Sie in einer Zeit, in der die Mode mit bis zu vier Kollektionen pro Jahr sehr schnelllebig geworden ist?
Im Gegensatz zur „Fast Fashion“, die auf schnelle Trends und schlechte Verarbeitung setzt, kreieren wir ein Produkt, das nachhaltig in unseren Handwerksbetrieben entsteht. Wir verknüpfen dabei traditionelle Handwerkskunst mit zeitgemäßer Designsprache und moderner Schneiderkunst. Wichtig für mich ist auch, dass sich Frauen in dem, was sie tragen, wohl, stark und perfekt gekleidet fühlen – Mode als weibliches Empowerment sozusagen. Stil ist für mich nämlich nicht dasselbe wie Trend. Was zählt, ist die Qualität des Stoffes, die Präzision des Schnitts und die Wertschätzung für die Textilhandwerkskunst. Um den traditionellen Tweed-Stoff leichter, femininer zu machen, ziehen wir auch Fäden aus Kaschmir und Seide ein.

Nadja Swarovskis Ehemann Rupert Adams mit einem Kleid aus der „Salzburg Capsule Collektion“.
Nadja Swarovskis Ehemann Rupert Adams mit einem Kleid aus der „Salzburg Capsule Collektion“.(Bild: Recka Hammann)

„Mehrheitsbeteiligung vor zwei Jahren erworben“
Was macht das Modelabel „Really Wild“ einzigartig?
Mit meinem Mann Rupert erwarben wir vor zwei Jahren die Mehrheitsbeteiligung am britischen Label „Really Wild“. Die Marke ist Englisch und die meisten Stoffe kommen direkt aus Schottland. Wir waren fasziniert von den kleinen Webereien und davon, mit welcher Liebe dort gearbeitet wird. Den Handwerksbetrieben ist das Wohl der Schafe und der Natur wichtig. Auch wir halten die Handwerkskunst und die Produktion im eigenen Land sehr hoch. Für mich ist „Really Wild“ eine Slow-Luxury-Womenswear-Marke mit modernen Heritage-Designs, die Handwerkskunst und traditionsreiche Stoffe zelebriert.

Nadja Swarovski (re.) beim Interview mit „Krone“- Redakteurin Recka Hammann im Alpin Resort ...
Nadja Swarovski (re.) beim Interview mit „Krone“- Redakteurin Recka Hammann im Alpin Resort Sacher in Seefeld.(Bild: Recka Hammann)

Was haben Sie aus Ihrer Zeit beim Unternehmen Swarovski mitgenommen, das Ihnen heute hilft?
Schon bei meiner Arbeit für Swarovski war mir Nachhaltigkeit sehr wichtig. Und was mir immer am meisten Spaß gemacht hat, war, die internationalen Designer nach Wattens zu bringen, wo sie mit den Schleifern und den Produktentwicklern gearbeitet haben. Auch bei „Really Wild“ setze ich auf Transparenz in der Wertschöpfungskette.

Sie präsentieren „Really Wild“ und die „Salzburg Capsule Collection“ erstmals in Österreich – und zwar im Alpin Resort Sacher in Seefeld. Warum passt Tirol so gut?
Tirol hat eine wahnsinnig lange und gelebte Tradition und die Menschen schätzen nachhaltige Materialien und traditionelle Handwerkskunst. Und das Alpin Resort Sacher, geführt von Elisabeth Gürtler, bietet den passenden Rahmen für die Marke „Really Wild“.

Recka Hammann, Kronenzeitung

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