Nach den negativen Schlagzeilen der letzten Wochen bemühen sich einige Funktionäre des Österreichischen Eishockey-Verbandes um eine Neuordnung. Dabei sieht der Plan vor, ein bekanntes Gesicht an die Spitze zu hieven.
Der Kampf um Gleichberechtigung im österreichischen Eishockey schlägt weiter hohe Wellen, könnte nun das Aus für Verbandsboss Klaus Hartmann bedeuten. Denn der Umgang im Verband ÖEHV mit dem Thema brachte das Fass zum Überlaufen, ein Team von Funktionären aus allen Bundesländern bastelt an einer möglichen Neuordnung. Mit Christian Kern an der Spitze! Der frühere Bundeskanzler ist als neuer Eishockey-Boss im Gespräch, könnte mit dem früheren Sektionschef im Sportministerium, Philipp Trattner, den ÖEHV auf eine neue und breitere Basis stellen.
Das Frauen-Nationalteam bekommt bei Themen, die 2026 keine mehr sein dürften, weiter breite Unterstützung. Damit das Schlafen in Stockbetten, Spielen zum Nulltarif und Tragen von Männer-Bekleidung endlich der Vergangenheit angehört.
Solidarität der Fans
Beim freitägigen Test der Black Wings Linz gegen Straubing bekundeten Fans mittels Transparent ihre „Solidarität mit den Eishockey-Frauen“, der Aufstand liefert weltweit Schlagzeilen. Auch die nordamerikanische Frauen-Profiliga PWHL machte es zum großen Thema. Die Frauenministerin unterstützt Anna Meixner, Theresa Schafzahl, Antonia Matzka, Selma Luggin & Co.: Eva-Maria Holzleitner tauschte sich diese Woche erneut mit Spielerinnen aus, hat für die Verbandsbosse (ÖEHV) klare Worte parat: „Gleichberechtigung endet nicht an der Bande – Fair Play braucht Fair Pay! Es geht um faire Behandlung, professionelle Bedingungen und echte Gleichbehandlung.“
Und der Verband? Hat es anscheinend noch immer nicht kapiert! Das jüngste Mail spricht Bände. General Manager Martin Kogler kündigte an, „bis 31. August Antworten seitens des ÖEHV zu den neun Punkten zu übermitteln“. Jene Punkte, welche die Forderungen für eine gerechtere Zukunft beinhalten. Kogler versieht die Ankündigung mit dem Zusatz, dass „jede Spielerin dem ÖEHV bis 5. September, 12 Uhr, mitteilt, ob sie unter den Bedingungen für das Frauen-Nationalteam spielen will oder nicht.“
Gewerkschaft ist sauer
Der „Dialog auf Augenhöhe“ scheint wieder vergessen, stattdessen wird Druck ausgeübt. Beim Camp in der Slowakei, bei dem zwölf Spielerinnen fehlten, sprach Kogler wohl mit dem Team – viele Fragen blieben unbeantwortet. Sascha Tomanek, der die Spielerinnen seitens der Gewerkschaft younion vertritt, stellt klar: „Es geht längst nicht nur um die neun Punkte. Es geht darum, dass Kogler und Co. die Empörung der Spielerinnen, Fans und Politik ignorieren und aussitzen wollen. Die Zeiten der Ultimaten sind vorbei.“
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