Für Abubakr Barry ist das Spiel gegen Austria Wien am Sonntag (19 Uhr) besonders. Der Taktgeber des FC Red Bull Salzburg trifft auf seinen Ex-Verein. Dass es überhaupt dazu kommt, ist das Ergebnis eines besonderen Weges, den der 26-jährige Gambier bereits beschritten hat.
„Ich wollte nur für Red Bull Salzburg spielen, das hat genau gepasst.“ So blickt Abubakr Barry auf seinen Wechsel von Austria Wien an die Salzach zurück. Der Gambier nahm bei den Bullen sofort eine wichtige Rolle ein und ist der Dirigent im Mittelfeld.
Es läuft schon ganz gut, darüber freue ich mich. Aber es gibt noch viel zu verbessern, ich muss mich in jedem Fall steigern.
Abubakr Barry über seine Leistungen bei Salzburg
Im Laufe des Transferprozesses („Marcus Mann wollte mich unbedingt haben“) war aber noch nicht ganz klar, dass Danny Röhl sein Trainer wird. „Mit ihm war es ein bisschen ein Blind-Date. Er ist ein richtig cooler Typ. Es ist wichtig, gute Leute um dich herum zu haben. Das bringt dich jeden Tag weiter“, weiß Barry.
„Erst mit 15 oder 16 Jahren habe ich angefangen, mich auf den Fußball zu konzentrieren“
Sein eigener Weg begann fernab von Österreich. Als jüngstes von vier Kindern wuchs er im fußballverrückten Gambia in Westafrika auf. Sein Bruder Hamza, der später selbst Profi wurde, nahm ihn immer wieder mit zu Spielen.
„Zunächst habe ich selbst nur mit Freunden auf der Straße gespielt. Meinen Eltern war es sehr wichtig, dass ich mich auf die Schule konzentriere“, erzählt Barry der „Krone“. Entsprechend spät begann er, sich auf seine Karriere zu fokussieren: „Erst mit 15 oder 16 Jahren habe ich angefangen, mich auf den Fußball zu konzentrieren und auch ins Training zu gehen.“
Mit 18 Jahren verließ Barry sein Heimatland für Israel. Der Schritt sollte ihn sportlich weiterbringen. Stattdessen gab es große Rückschläge. „Es war sehr hart für mich. Eine Saison lang habe ich gar nicht gespielt, einmal wurde ich rausgeworfen“, erzählt der Mittelfeldspieler, der nicht überall das nötige Vertrauen bekam.
Familie machte sich Sorgen um den Sohn
Er ließ sich davon aber nicht unterkriegen: „Ich habe immer in meinem Kopf gehabt, dass ich meine Karriere vorantreiben möchte. Das war all die Schwierigkeiten, die ich erlebt habe, wert. Ich bin sehr dankbar, weil ich viel gelernt habe.“ Seine Familie drückte ihm da längst von zu Hause aus die Daumen. „Meine Eltern und meine Brüder haben mich immer gespusht und tun das weiterhin. Sie haben sich aber auch Sorgen gemacht wegen des Kriegs in Israel“, erzählt Barry, der einige Zeit auch in Schutzräumen verbrachte.
Nach seinem vierten Jahr in dem neuen Land wendete sich für Barry das Blatt. Er lernte seinen Berater Assaf Shvartz kennen. Dieser ist aber auch ein enger Freund, Mentor und hält ihm den Rücken frei, damit sich der Spieler voll auf den Fußball konzentrieren kann. Täglich stehen sie im Austausch. „Er spielt eine sehr wichtige Rolle in meinem Leben“, unterstreicht der Kicker, der in der Spielzeit danach neun Tore und drei Assists verzeichnete.
Sein Weg führte den Fan von Spaniens Legende Andres Iniesta 2024 schließlich nach Österreich zur Wiener Austria, wo sich Barry mit starken Leistungen in die Auslage spielte und jetzt Teil der Bullen ist. „Das ist die beste Kabine, die ich bislang erlebt habe“, streut „Abu“ seinen neuen Kollegen Rosen.
Geschenke bekommt sein Ex-Verein aber keine. „Die Austria war meine Heimat, ich habe dort viele Freundschaften geschlossen. Aber das ist Geschichte“, stellt Barry klar. Für ihn zählt nur der Sieg. „Ich werde von der ersten bis zur 90. Minute alles dafür tun. Da muss ich einfach meinen Job machen. Dafür bin ich da.“
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