„Krone“-Kolumne

Dolly Parton: „Menschen lieben, so wie sie sind“

Kolumnen
26.08.2026 17:00

Bunte Paradiesvögel und Cowboys der alten Schule, konservative Christen und Transmenschen, Homosexuelle und Heterosexuelle, Alt und Jung – sie alle kamen zusammen, wenn Dolly Parton die Bühne betrat. Menschen, die sich sonst nicht viel zu sagen hatten, sangen gemeinsam, Schulter an Schulter, „I Will Always Love You“.

Es gibt nicht mehr viel, auf das sich das gespaltene Amerika einigen kann – doch Dolly Parton gelang dieses Wunder. Wie eine unantastbare Ikone stand sie über allem und für jeden. „Ich bin immer nur ich selbst, ein gläubiger Mensch, der versucht, die Liebe über alles andere zu stellen. Und das wäre ich nicht, wenn ich über andere richten würde. Das ist Gottes Aufgabe, nicht meine. Ich versuche die Menschen so zu lieben und zu akzeptieren, wie sie sind“, meinte sie einmal in einem Interview mit der „Welt“.

Dolly Parton verkörperte wie kaum jemand den schillernden amerikanischen Traum. Und doch glaubte man ihr, wenn sie sagte: „Mein Traum war es immer, in meinem Leben so viele wie möglich glücklich zu machen.“ Selbst jene, die mit ihrer Musik nicht viel anfangen konnten, verzauberte sie mit Charme, Witz und Selbstironie. Aber vor allem mit einem Herzen, so groß, dass es kaum in ihren kleinen Körper zu passen schien.

Wenn man sterbe, gehe man nie als Star, sondern als Mensch, sinnierte sie in der „Welt“. Und als solcher ist sie nun gegangen. Als guter Mensch, der Gräben mit Liebe und Musik füllen konnte. Ihr wohl größtes Vermächtnis.

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