In den Bereichen Industrie und Mobilität wird mehr und mehr Strom benötigt. Das Land berücksichtigte dies bei der „Energieautonomie+ 2030“ und will verstärkt auf Photovoltaik und Windenergie setzen.
Der Weg zur Energieautonomie 2050 – dann soll in Vorarlberg nur noch so viel Energie verbraucht werden, wie aus regional verfügbaren Energieträgern bereitgestellt werden kann – ist ein langer. Um ein großes Etappenziel, die „Energieautonomie+ 2030“, zu erreichen, werden die Maßnahmen regelmäßig überprüft und gegebenenfalls auch angepasst.
Energiesparen und Erneuerbare ausbauen
„Im Mittelpunkt stehen das Energiesparen, die Erhöhung der Energieeffizienz und der weitere Ausbau erneuerbarer Energieträger“, resümierte Landeshauptmann Markus Wallner bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Die drei Hauptziele seien nach wie vor dieselben: 50 Prozent Anteil heimischer erneuerbarer Energieträger am Endenergiebedarf, eine 50-prozentige Reduktion der Treibhausgase zum Vergleichsjahr 2005 und 100 Prozent Anteil erneuerbarer Energie an der Stromversorgung.
Beim letztgenannten Ziel sei in Absprache mit den Illwerken-VKW berücksichtigt worden, dass inzwischen sämtliche Szenarien von einem erhöhten Strombedarf in den Bereichen Industrie und Mobilität ausgehen würden. Die heimische Stromproduktion soll deshalb auf 3200 Gigawattstunden im Jahr 2030 und auf 4000 Gigawattstunden im Jahr 2040 ausgebaut werden. „Zur Deckung des erwarteten Stromverbrauchs 2030 wurde ein neues Mengengerüst mit 76 Prozent Wasserkraft, 16 Prozent Photovoltaik, erstmals zwei Prozent Windkraft und sechs Prozent technologieoffener Aufbringung erstellt“, erklärte Energielandesrat Daniel Allgäuer (FPÖ).
Photovoltaik und Windkraft rücken in Fokus
Gegenüber der bisherigen Strategie mussten im Bereich der Wasserkraft mehrere geplante Projekte wie jenes in Lochau zurückgestellt werden. Der Fokus liegt dafür auf Kleinwasserkraftwerken und der Optimierung bestehender Anlagen. Das geplante Lünerseewerk II, welches bei Fertigstellung das größte Pumpspeicherkraftwerk Österreichs wäre, wird als Schlüsselprojekt vorangetrieben, um die Energiespeicherung und Stabilität des Systems zu gewährleisten.
Bei Photovoltaik-Anlagen soll der Fokus in erster Linie auf Gebäudedächer sowie Fassaden gelegt werden und Grünflächen wie bisher frei bleiben.
Landesrat Daniel Allgäuer
„Bei Photovoltaikanlagen soll der Fokus in erster Linie auf Gebäudedächer und Fassaden gelegt werden, während hochwertige Grün- und Ackerflächen wie bisher frei von Photovoltaikanlagen bleiben“, stellte Allgäuer klar. Zudem werden Anlagen auf künstlichen und versiegelten Flächen forciert. Wie erste Messungen gezeigt hätten, gebe es auch Potenzial für Windkraft. In den dafür geeigneten Gebieten sollen deshalb jeweils Einzelfallprüfungen in Abstimmung mit den Gemeinden durchgeführt werden.
Seltenes Lob von den Grünen
Nach der Präsentation der adaptierten Pläne kamen ganz ungewohnte Töne aus den Reihen der Grünen: Energiesprecher Daniel Zadra lobte den geplanten Ausbau der Photovoltaik, inklusive einer Prüfung von PV-Anlagen entlang der Autobahn. Und auch die erstmals konkret verankerten „Windkraftziele“ wurden für positiv gefunden, schließlich könnte so die Winterstromlücke geschlossen werden. „Wir begrüßen den Fortschritt, den wir gemeinsam erkämpft haben – aber wir fordern Umsetzung und Tempo. Ziele allein erzeugen keine Kilowattstunden“, mahnte Zadra am Ende.
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