Hiobsbotschaft für alle Fans der Erzbergbahn: Diese könnte fortan nur noch bis Präbichl fahren, denn Sicherheitsbedenken ließen die Behörde zwei Tunnelröhren sperren. Grund dafür sind sicherheitsrelevante Aspekte: Fluchtwege, Notbeleuchtung und Brandschutz werden bemängelt. Betreiber und Behörden ringen um eine gemeinsame Lösung.
Bereits seit 35 Jahren bringt die Erzbergbahn Besucher vom Bahnhof Vordernberg bis zum steirischen Erzberg. Damit könnte nun aber Schluss sein. Nach einem externen Hinweis auf mögliche Missstände beim Brandschutz in den beiden Abschnitten „Präbichltunnel“ und „Plattentunnel“ kam es zu einer behördlichen Begehung. Diese endete in einer Sperre der Röhren. Und das trotz einer gültigen Betriebsgenehmigung bis Ende 2026.
Für den Verein Erzbergbahn, den ehrenamtlichen Betreiber, ist diese Entscheidung nicht ganz nachvollziehbar: „35 Jahre lang waren die Tunnel kein Problem, obwohl beim Prozess für die Genehmigung ja immer auch ein Eisenbahnsachverständiger dabei ist“, erklärt Vereinsobmann Joachim Lanner.
Brandschutz nicht ausreichend
Nun sieht die Bezirkshauptmannschaft Leoben aber eine Gefahr im Betrieb: „Wir kennen und verstehen die Bedeutung der Bahn für die Region, die Sicherheit der Besucher hat aber Priorität“, sagt Bezirkshauptmann Markus Kraxner auf „Krone“-Anfrage. Konkret bemängelt die Behörde die Einhaltung veranstaltungs- und sicherheitstechnischer Auflagen und Forderungen hinsichtlich Fluchtwegen, Notbeleuchtung und Brandschutz in den Tunneln.
Ohne eine geeignete Lösung wird die Bahn künftig nur noch zwischen Vordernberg und Präbichl unterwegs sein können.

Joachim Lanner, Verein Erzbergbahn
Bild: Verein Erzbergbahn/Lanner
Wie derartige Auflagen in den 1891 erbauten Tunnelanlagen vollständig erfüllt werden sollen, weiß Lanner nicht. „Wir haben aber Ersatzmaßnahmen vorgeschlagen. So haben wir jetzt etwa einen Notfallkoordinator für die Überwachung der Röhren. Das war der Behörde aber nicht genug.“ Die Bahn fährt aktuell nur von Vordernberg bis Präbichl.
Bahn soll weiterfahren
„Unser Ziel ist es natürlich, die Erzbergbahn zu erhalten. Darum möchten wir offen und konstruktiv mit dem Verein an realistischen Lösungen arbeiten“, betont Kraxner. Der Verein appelliert indes aber auch an die zuständigen Politiker, eine praktikable Lösung zu ermöglichen.
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