Auf Autobahnen und Schnellstraßen in Niederösterreich sind heuer weniger Pkw unterwegs. Der Schwerverkehr nimmt indes zu. Die Ursache für diese Entwicklung liegt laut Experten im Nahen Osten.
Die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten werfen Schatten bis nach Niederösterreich. Zumindest zeigen hier die aus diesen Konflikten resultierenden stark gestiegenen Spritpreise deutliche Wirkung. Im ersten Halbjahr wurden bei mehr als 80 Zählstellen an heimischen Autobahnen und Schnellstraßen weniger Pkw als im Jahr davor registriert. Allerdings: Die Zahl der Lkw hat an der Mehrzahl der Messpunkte zugelegt – trotz hoher Treibstoffkosten.
Höchstes Lkw-Plus im Weinviertel
Auf dem am stärksten befahrenen Autobahnabschnitt des Landes – der A2 im Bezirk Mödling – wurden 26,2 Millionen Pkw gezählt. Das bedeutet einen Rückgang von 1,2 Prozent. 2,4 Millionen Lkw ergeben indes ein Plus von 4 Prozent. Der stärkste Pkw-Rückgang wurde mit 6,1 Prozent auf der S 3 bei Göllersdorf, der höchste Lkw-Zuwachs mit knapp 5,3 Prozent auf der Nordautobahn bei Eibesbrunn verzeichnet.
Warnung von Verkehrsexperten
Verkehrsexperten erklären, dass die hohen Spritpreise nicht nur die Autolawine, sondern durchaus auch die Zunahme des Schwerverkehrs gebremst haben. Sie warnen aber davor, dass es nach dem Sinken der Treibstoffpreise zu einer noch stärkeren Zunahme kommen werde: „Auf EU-Ebene müsste es daher verstärkt Maßnahmen gegen Lkw-Transit geben.“ Beim Autoverkehr gelte es, die Effizienz zu erhöhen. Derzeit fahren im Schnitt 100 Menschen in 88 Autos, in den meisten Pkw sitzt also nur eine Person: „Bei zwei Insassen bräuchte es um rund 40 Prozent weniger Autos“, heißt es.
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