Steirischer Handel

Positive Signale in herausfordenden Zeiten

Steiermark
19.08.2026 13:16

Herausfordernd sind die Zeiten für den steirischen Handel. Im ersten Halbjahr 2026 konnte man zwar ein Umsatzplus erwirtschaften – dieses jedoch wird von der Preissteigerung mehr als verschluckt. Umso wichtiger ist wohl, dass sich in der Grazer Innenstadt die leerstehenden Handeslflächen langsam wieder füllen.

Die Zahl klingt eindrucksvoll: 18,2 Milliarden Euro Umsatz hat der steirische Handel im ersten Halbjahr 2026 erwirtschaftet. „Entscheidend ist aber, was nach Abzug der Preissteigerung bleibt – und hier liegt der Handel aktuell unter dem Vorjahr“, sagt Gerhard Wohlmuth, Obmann der Sparte Handel der WKO Steiermark: „Viele Betriebe arbeiten zwar mit hohem Einsatz, erzielen aber trotzdem nicht die entsprechende Gewinnspanne.“

Insgesamt bilanziere man also mit einem Minus von 1,2 Prozent. Dabei zeigen sich mit Blick auf die Sparten aber große Unterschiede: So läuft es etwa bei Sport und Spielen, aber auch in Drogerien und Apotheken sehr gut, während Branchen wie Elektro, Möbel oder Bau- und Heimwerkerbedarf ein Minus verzeichnen.

Das wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus: 5410 Arbeitslose gibt es aktuell im steirischen Handel, 6,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Trotzdem konnte 1435 Jobs nicht besetzt werden. „Es braucht von der Politik Anreize, dass sich Leistung wieder lohnt“, so Wohlmuth.

Grazer Innenstadt im Aufwärtstrend
Positive Signale gibt es indes in der wohl wichtigsten Handelsmeile der Steiermark – der Grazer Innenstadt. Nachdem hier jahrelang vor allem die Leerstände bejammert wurden, beginnen sich nun die Flächen wieder zu füllen. Vor einigen Monaten eröffnete „Manufactum“ in der Murgasse, zuletzt zog „Thalia“ mit einem Flagship-Store auf dem Hauptplatz ein. Nun hat auch die dänische Marke „Søstrene Grene“ angekündigt im Herbst eine Filiale in der Herrengasse zu eröffnen – in Seiersberg ist man mit seinem Mix aus Wohnaccessoires, Küchenzubehör, Geschenkartikel, Schreibwaren und Hobbyartikeln ja bereits präsent. Und auch der Schuhhändler „Tamaris“ kehrt noch im Herbst in die Herrengasse zurück – und zwar in die ehemalige Raiffeisen-Filiale im Landhaus.

Wo früher Benetton war, wird aktuell umgebaut. Im Frühjahr 2027 dürfte ein Nachmieter einziehen.
Wo früher Benetton war, wird aktuell umgebaut. Im Frühjahr 2027 dürfte ein Nachmieter einziehen.(Bild: Christian Jauschowetz)

Auch die Geschäftsfläche an der Ecke Herrengasse und Hans-Sachs-Gasse, in der lange „Benetton“ zu Hause war, wird aktuell „für eine künftige Nutzung in Schuss gebracht“, bestätigt Sigrid Filzmoser vom Immobiliendienstleiter CBRE. „Es gibt drei konkrete Interessenten für die Fläche“, sagt sie. Der Umbau wird bis Ende des Jahres dauern, der Einzug wäre somit ab Frühjahr 2027 denkbar.

Ob „Hollister“ zu den Interessenten gehört kann Filzmoser nicht kommentieren. Jedenfalls ist der US-Kleiderhändler aktuell aber auf der Suche nach einem Standort im Grazer Zentrum.

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