In der Causa um die Besetzung des Chefpostens bei der Bludenzer Polizei meldet sich nun auch die SPÖ zu Wort: Diese lässt per Aussendung wissen, dass der Bludenzer Bürgermeister weder beim Hearing noch bei der Abstimmung zugegen gewesen sein soll.
Die Sache hat bereits jetzt viel Staub aufgewirbelt, nun wird die Aufregung noch größer: Der Bludenzer SPÖ-Stadtrat Andreas Fritz-Wachter mokiert sich über das Vorgehen bei der Besetzung der Stadtpolizei-Leitung.
Besonders kritisch sieht er die Tatsache, dass Bürgermeister Simon Tschann (ÖVP) weder beim Hearing noch bei der anschließenden Abstimmung persönlich anwesend gewesen sein soll. Tschann hätte sich damit zu keinem Zeitpunkt selbst ein Bild von der Qualifikation der Bewerber machen können, so der SPÖ-Stadtrat: „Das zeugt für mich ganz klar von einem Mangel an Wertschätzung und Interesse, nicht nur gegenüber der Stelle, die hier im Haus besetzt werden soll, sondern auch gegenüber den Bewerbern.“ Zudem werde es auch der Tragweite der Entscheidung nicht gerecht, betont Fritz-Wachter, schließlich liege die Personalhoheit nun einmal allein beim Bürgermeister. „Wer dieses Amt führt und die damit verbundene Verantwortung trägt, sollte sich schon die Zeit nehmen, sich auch persönlich ein Bild von den Bewerberinnen und Bewerbern zu machen, gerade wenn es um eine leitende Funktion in der Stadt Bludenz geht“, erklärt er.
Transparenz gefordert
Es müsse daher transparent geklärt werden, nach welchen Kriterien diese Personalentscheidung getroffen wurde. Die Entscheidung, den Kommandantenposten der Stadtpolizei mit einem externen Bewerber zu besetzen, ist für die SPÖ Bludenz ohnehin nicht nachvollziehbar. „Mit Sonja Berchtold-Niedermesser gibt es eine bestens qualifizierte interne Kandidatin, die seit Jahrzehnten bei der Stadtpolizei Bludenz arbeitet und die Dienststelle bereits interimistisch geleitet hat. Sie kennt die Abläufe, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die besonderen Anforderungen der Polizeiarbeit in Bludenz. Trotzdem wurde ihr ein externer Bewerber vorgezogen.“ Dieser Umstand sorgte jüngst für reichlich Wirbel. Berchtold-Niedermesser sah sich sowohl aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt, als auch wegen ihres früheren Engagements für die Sozialdemokraten.
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